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30.04.2022
Wichtige Beiträge in der Blogserie „Weltneuvermessung“ zum Thema „Deutschland im Strudel der Weltneuvermessung“ - Eine Zusammenstellung der Beiträge des Jahres 2021

Deutschland ist auf der Suche nach einer neuen Rolle in den internationalen Beziehungen. Noch vor dem Angriffskrieg von Russland gegen die Ukraine haben viele Krisen und sich zuspitzende Problemlagen die Politik in Deutschland in Atem gehalten (die Zukunft der EU, die Reaktion auf Chinas Machtpolitik, die Klimakrise und die Energiewende, die Pandemie und die globalen Lieferketten, die Bundeswehreinsätze in Afghanistan und in Mali, die Lage in Afrika und die Kooperation der EU mit Afrika, etc.). Thomas Bonschab und Robert Kappel geben eine Übersicht zum Thema „Deutschland im Strudel der Weltneuvermessung“. Neben ihrer Einordnung der Krisen und Problemlagen und der Folgen für Deutschland werden auch die Beiträge in der Blogreihe „Weltneuvermessung“ des Jahres 2021 kommentiert und auf die Position von Deutschland in der internationalen Politik bezogen. Die Suche nach einem neuen Standort für die deutsche Politik hat begonnen. Es finden sich in der Blogreihe bemerkenswerte Beiträge zu Afrika, zu China, zum Afghanistan-Desaster, zur Kooperation zwischen der EU und Afrika, zur globalen technologischen Dynamik und zur Digitalisierung, zum geplanten europäischen Lieferkettengesetz, zur Neugestaltung der internationalen Beziehungen aus europäischer Sicht, aber auch Lageberichte zu Tunesien und Äthiopien.

Professor Karl Wohlmuth hat zum Thema „Globale Technologieentwicklung und Afrikas digitale und technologische Aufholprozesse“ einen Beitrag geschrieben (Link: https://weltneuvermessung.wordpress.com/2021/06/08/globale-technologieentwicklung-und-afrikas-digitale-und-technologische-aufholprozesse/). Die Beschleunigung der technologischen Entwicklung wird immer schneller zum bestimmenden Faktor der internationalen Politik (für die Wettbewerbsfähigkeit, die Rüstungsindustrie, die globale Sicherheitsarchitektur, die Aufhol- und Nachholprozesse in der Weltwirtschaft, und für die globale Einkommens- und Vermögensverteilung).

Vgl. zu dem Beitrag von Thomas Bonschab und Robert Kappel vom 4. 1. 2022 mit dem Titel „Deutschland im Strudel der Weltneuvermessung“ den Link: https://weltneuvermessung.wordpress.com/2022/01/04/deutschland-im-strudel-der-weltneuvermessung/

Die Autoren formulieren das Ziel ihrer Neubewertung wie folgt: „Die politische und wirtschaftliche Neuvermessung der Welt schreitet immer schneller voran. China steigt weiter auf, die Vereinigten Staaten versuchen gegenzuhalten. Die Europäische Union (EU) kämpft um ihr Profil und muss sich den militärischen, wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen stellen. Aber der EU fehlt eine Geostrategie, die über die Betonung von Menschenrechten und europäischen Grundwerten hinausgeht. Ebenso fehlen konkrete Strategien, wie mit China, Russland, Indien und fragilen Staaten umgegangen werden soll. Auch die großen globalen Themen Armut und Beschäftigung stehen eher rhetorisch auf der Agenda, als dass wirklich neue Perspektiven geboten werden. Viele hehre Versprechen haben nur Vertrautes wiederholt und Vertrauen bei langjährigen internationalen Partnern in Frage gestellt. Gerade Deutschland hat durch viele Initiativen Aufmerksamkeit auf sich gezogen, die mehr oder weniger ins Leere gelaufen sind: die industriepolitische Initiative und die Förderung von „Sprunginnovationen“ aus dem Wirtschaftsministerium nicht minder als die vielen „Sonderinitiativen“ des Entwicklungsministeriums. Selbst eine wohlwollende Gesamtbilanz würde nüchtern feststellen, wie ratlos Deutschland und die EU ihren Platz in einer sich verändernden globalen Machtkonstellation zu finden versuchen.“

Die militärische Intervention Russlands in der Ukraine vom 24. 2. 2022 hat die Lage für Deutschland und Europa weiter verkompliziert und zwingt zu ganz schnellen politischen Antworten auf die Bedrohungen, Abhängigkeiten, und das Infragestellen unserer Wertebasis. Ganz entscheidend wird sein, wie es aus deutscher und europäischer Sicht mit den wichtigen globalen öffentlichen Gütern und mit dem UN-System weitergeht (Sicherheit, Menschenrechte, Klimapolitik und Energieversorgung, Entwicklung, und Überwindung der Ungleichheit). Insbesondere die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen werden durch die militärische Aggression von Russland massiv beeinträchtigt.

Gewaltige Veränderungen bringt der Angriffskrieg von Russland gegen die Ukraine für Afrika. In einem Blog analysiert Professor Robert Kappel die Folgen des Krieges für Afrika (vgl. den Link: https://weltneuvermessung.wordpress.com/2022/03/15/russland-und-afrika-der-uberfall-auf-die-ukraine-fuhrt-zur-nachsten-groskrise/). Professor Robert Kappel schreibt: Die Folgen für Afrika werden so gravierend sein, dass Russland für die afrikanischen Länder kaum wieder zu einem Wirtschaftspartner von Bedeutung werden wird. Der Pandemie und der Klimakrise folgen Hungerkrisen; eine weitere Verarmung von sozialen Schichten in Afrika ist absehbar. Aber auch Russland und die Ukraine werden lange brauchen, bis sie sich von den Kriegsfolgen wieder erholen können. Afrikanische Länder, die ihren Agrarsektor stark vernachlässigten und vor allem auf Rohstoffgewinnung setzten, werden besonders betroffen sein.

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30.04.2022
Ein Blog von Professor Karl Wohlmuth, Bremen: „Zwölf Lehren aus der Corona- und Wirtschaftskrise für Afrika“

Welche Effekte hatte die COVID 19-Krise für Afrika? Welche Länder in Afrika sind besonders betroffen? Wie kann die Wirtschaftskrise in Afrika überwunden werden, die mit Angebots- und Nachfrageschocks, mit Lockdowns und mit persönlichen Schutzmaßnahmen verbunden war? Welche Sektoren der Wirtschaft tragen nun zum Wirtschaftsaufschwung bei? Kann Afrika die Afrikanische Kontinentale Freihandelszone für eine neue Strategie nach COVID 19 nutzen? Diese und weitere Fragen werden von Professor Karl Wohlmuth im Rahmen von 12 Lektionen diskutiert. Die Lehren, die sich aus der COVID 19-Krise ergeben, weisen in eine Zukunft für Afrika, die dem Gesundheitssystem neue Impulse gibt, den informellen Sektor in produktive Wertschöpfungsketten integriert, die Afrikanische Kontinentale Freihandelszone für einen intensiveren innerafrikanischen Austausch von Basis-Konsum- und Investitionsgütern, aber auch von hochwertigen Gütern und Dienstleistungen nutzt, und über ein afrikanisches Netz von Instituten der Spitzenforschung auch Beiträge zur Überwindung von Epidemien und Pandemien erbringen kann.

Der Blog basiert auf den Inhalten einer Tagung, die in Bremen stattfand und die Lektionen aus der Corona- und Wirtschaftskrise für den Globalen Süden thematisierte (vgl. dazu den Blog: Wohlmuth-12 Lektionen). Die Links zur Präsentation (Langfassung und Kurzfassung) von Professor Wohlmuth bei dieser Tagung im Dezember 2021, ausgerichtet vom BeN (Bremer entwicklungspolitisches Netzwerk e. V.), finden sich im Anhang zum Blog. Im Rahmen von kleinen Fallstudien werden im Blog einige Lektionen für Afrika konkretisiert. Eine längere Studie zum Thema wird für die Berichte aus dem Weltwirtschaftlichen Colloquium des IWIM erarbeitet.

Mit dem Thema haben sich auch andere Institute beschäftigt; dazu einige Hinweise:

DIE/Deutsches Institut für Entwicklungspolitik, 02.04.2020, Michael Roll, Die aktuelle Kolumne 2020, Was wir in der Corona-Krise von und über Afrika lernen können; Link: https://www.die-gdi.de/die-aktuelle-kolumne/article/was-wir-in-der-corona-krise-von-und-ueber-afrika-lernen-koennen/; Hrsg.: Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE), Die aktuelle Kolumne vom 02.04.2020. Vgl. auch die Vielzahl der dort erwähnten anderen Berichte aus der Sonderreihe zur Corona-Pandemie.

DW/Deutsche Welle, 17/1/2022, Düstere Aussichten für Afrikas Wirtschaft; Link: https://www.dw.com/de/d%C3%BCstere-aussichten-f%C3%BCr-afrikas-wirtschaft/a-60431448; Unsicherheiten, wie es mit Corona, den Staatsschulden, der Inflation, der wachsenden Ungleichheit zwischen Arm und Reich, den innerafrikanischen Konflikten, und nun auch noch wie es mit dem Angriffskrieg von Russland auf die Ukraine weitergeht und welche Auswirkungen sich für die Nahrungsmittelpreise ergeben werden, verdüstern weiter die Aussichten für Afrika.

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30.04.2022
Der Angriffskrieg von Russland auf die Ukraine – Kriegsschäden, Kriegsverbrechen, Kriegswirtschaft, Kriegsfolgen

Die Wirtschaftsprofessoren Axel Sell und Karl Wohlmuth haben unmittelbar nach dem Beginn des Angriffskrieges von Russland gegen die Ukraine am 24. 2. 2022 einen Blog zu den Kooperationen des IWIM im Fachbereich Wirtschaftswissenschaft mit ukrainischen Universitäten verfasst (vgl. die PDF: Ukraine – Kooperationen). Jeden Tag gibt es neue Horrorzahlen zu den Kriegsschäden – viele Tote (Zivilisten und Soldaten, auch viele Kinder), viele Verwundete, hohe materielle Schäden an der zivilen Infrastruktur (Straßen und Brücken, Wohnhäuser, Fabriken für zivile Produkte, und Lager für Getreidevorräte). Die Zerstörung von Kirchen, Schulen, Krankenhäusern, Behindertenheimen, Altenheimen und Pflegeeinrichtungen, Kindertagesstätten und Freizeitheimen, und von Theatergebäuden und Museen findet in großem Umfang statt. Auch Attacken auf Atomkraftwerke wurden in der Ukraine durchgeführt. Die Verwendung von Vakuumbomben, Phosphorbomben und von Bomben mit Streumunition durch den Aggressor wird als Kriegsverbrechen angesehen, da die Zivilbevölkerung unmittelbar betroffen ist.

Nach Schätzungen internationaler und nationaler Stellen sowie der EU wurden bisher (bis Ende März 2022) materielle Schäden im Umfang von etwa 600 Mrd. Euro in der Ukraine angerichtet (vgl. den Link: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/ukraine-rechnet-mit-grossen-kriegsschaeden-fuer-die-heimische-wirtschaft-17880906.html). Die hohen Schäden haben auch mit der Bombardierung von Städten mit hoher wirtschaftlichen Bedeutung für die Ukraine wie Kiew, Charkiw und Mariupol zu tun. Die Kriegsschäden werden international dokumentiert, um später Reparationszahlungen und Wiedergutmachungsleistungen einzufordern. So wird vorgeschlagen, die russischen Auslandsguthaben für Reparationen zu nutzen (vgl. den Link: https://www.welt.de/debatte/article237597311/Moskaus-Auslandsguthaben-sollten-Reparationen-fuer-die-Ukraine-werden.html). Auch die Vermögen von Oligarchen sollen dafür herangezogen werden. Die ukrainische Regierung hat solche Forderungen schon gestellt, und Voten bzw. Entscheidungen des Internationalen Gerichtshofes in Den Haag stützen diese Forderungen.

Die Vereinten Nationen haben in der Resolution der Generalversammlung vom 1. März 2022 (vgl.: UN General Assembly Ukraine) die Aggression von Russland gegen die Ukraine mit überwältigender Mehrheit verurteilt. Eine zweite Resolution Humanitarian consequences of the aggression against Ukraine wurde ebenfalls mit überwältigender Mehrheit angenommen (vgl. den Link: https://news.un.org/en/story/2022/03/1114632). Von verschiedenen Seiten (Internationaler Gerichtshof, UN-Menschenrechtsrat, Europarat, Amnesty International, Ukrainische Regierung, EU, USA) werden die Kriegsverbrechen des Aggressors dokumentiert, um später Kriegsverbrechen, Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit juristisch zu ahnden.

Die Kriegsfolgen werden für die ganze Welt überaus gravierend sein, wenn - wie der IWF feststellt - der Krieg die weltweite wirtschaftliche und geopolitische Ordnung grundlegend verändert, wenn sich der Energiehandel verschiebt, wenn sich Lieferketten verändern, wenn Zahlungsnetzwerke zerfallen und wenn Länder neu über ihre Währungsreserven nachdenken werden (vgl. den Link: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/ukraine-rechnet-mit-grossen-kriegsschaeden-fuer-die-heimische-wirtschaft-17880906.html). Dazu kommen aber auch die enormen Kosten für die Ausweitung und die Umstrukturierung des globalen Rüstungssektors sowie die Folgen der Einführung einer Kriegswirtschaft in Russland und in der Ukraine. Durch die Kriegswirtschaft wird produktives Kapital zerstört und Sach- und Humankapital werden von produktiven Sektoren abgelenkt; die Außenwirtschaft wird massiv beeinträchtigt.

Auch die Folgen für Afrika und andere Entwicklungsländer werden überaus dramatisch sein, denn die steigenden Nahrungsmittel- und Energiepreise belasten diese Länder besonders stark (vgl. den Link: https://www.tagesschau.de/ausland/afrika/afrika-ukraine-101.html). Globale Investoren, auch Direktinvestoren, werden angesichts der gewachsenen ökonomischen Unsicherheiten noch vorsichtiger agieren; auch dies wird Afrika und die Entwicklungsländer besonders betreffen. Dazu kommt noch die erwartbare bzw. schon vollzogene Verschiebung der Finanzströme von IWF, Weltbank und anderen internationalen Organisationen hin zur Ukraine und zu betroffenen Nachbarländern und weg von Afrika und den Entwicklungsländern (vgl. die Links zu diesen Veränderungen bei den Finanzströmen: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/iwf-weltbank-ukraine-hilfe-101.html, und: https://www.imf.org/en/News/Articles/2022/03/17/pr2280-joint-statement-heads-ifis-programs-ukraine-neighboring-countries). Nicht übersehen werden dürfen die Folgen des Krieges für die Bekämpfung der Klimakrise und der COVID 19-Krise. Auch mit diesem Krieg geht eine Flüchtlingswelle einher, die bei 4 - 10 Millionen Flüchtlingen die Infrastruktur in den Aufnahmeländern übermäßig belasten wird. Die direkten Folgen des Krieges für Russland und die Ukraine und die Maßnahmen der OECD-Länder, um vom Gas, vom Öl und von der Kohle Russlands schnell unabhängiger zu werden, beeinträchtigen zudem eine planvolle globale Energiewende und verhindern eine schnelle Bekämpfung der globalen Klimakrise. Es wird Jahre dauern, bis diese Effekte kompensiert werden können.

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30.04.2022
50 Jahre Fachbereich Wirtschaftswissenschaft an der Universität Bremen (1971 – 2021): Ein großer Erfolg wurde im Jubiläumsjahr 2021 gefeiert

Die Universität Bremen - Standort


Quelle: Universität Bremen

Das Festprogramm – 50 Jahre Universität Bremen
Zugang: https://mobile.twitter.com/unibremen50

Quelle: Universität Bremen

Der Fachbereich Wirtschaftswissenschaft feiert ein Jubiläum - 50 Jahre Aufbau, Ausbau, Konsolidierung, und Weiteerentwicklung. Der Fachbereich hat eine eindrucksvolle und sehr informative Broschüre erstellt, die sich mit den Jahren der Gründung (1971 - 1975), des Aufbaus (1976 - 1990), des Ausbaus (1991 – 2000), der Konsolidierung (2001-2010), und des Wandels (2011-2020) befasst und auch eine Perspektive für die Zukunft angibt (2021-). Die Zusammenschau dieser Perioden ist über den nachfolgenden Link zugänglich: https://blogs.uni-bremen.de/50jahrewiwi/. Es finden sich in dieser Festschrift des Fachbereichs wichtige Informationen über Personen, Prinzipien, Programme, Studienbedingungen, Inhalte, Strukturen, Organisationsprinzipen, und auch persönliche Stellungnahmen von Kolleginnen und Kollegen.

Die Festschrift des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaft – 50 Jahre (1971 - 2021)

Quelle: Fachbereich Wirtschaftswissenschaft

Auch der Wirtschaftsprofessor Karl Wohlmuth hat sich an den Arbeiten für die Festschrift beteiligt (vgl. seine Stellungnahme: https://blogs.uni-bremen.de/50jahrewiwi/aufbau/). Professor Wohlmuth war von Anfang an in Bremen dabei (seit 9/1971). Er gehörte zu der ersten Gruppe von Professoren, die direkt vom Gesamtsenat der Freien Hansestadt Bremen berufen wurden. Neben Lehre und Forschung arbeitete der Professor in zahlreichen gesamtuniversitären Gremien der Selbstverwaltung mit (Forschungskommission, Promotionsausschuss, Forschungsunterkommission Kooperationsbereich Arbeiterkammer-Universität Bremen). Er war auch langjähriger Beauftragter der Universität Bremen im Inter-University Centre (IUC) Dubrovnik, Jugoslawien, und war gewähltes Mitglied von Berufungskommissionen verschiedener Fachbereiche.

In Bezug auf den Fachbereich Wirtschaftswissenschaft war Karl Wohlmuth Vorsitzender der Fachsektion Wirtschaftswissenschaft, stellvertretender Sprecher des Fachbereichs, Mitglied in Studienbereichs- und Fachbereichsräten, Mitglied in der Studiengangs-Kommission, Beauftragter für internationale Beziehungen, und Mitglied in zahlreichen Berufungskommissionen des Fachbereichs. Im Fachbereich Wirtschaftswissenschaft war Karl Wohlmuth maßgeblich am Aufbau des Integrierten Eingangsstudiums (Kurse A, B, C) beteiligt, wie auch bei der Ausgestaltung der Curricula für die wirtschaftswissenschaftlichen Studiengänge. Zahlreiche weltwirtschaftliche, wirtschaftssystemvergleichende und entwicklungspolitische Lehrprojekte wurden von ihm geleitet. Federführend war er beim Aufbau der „Wissenschaftlichen Einheit Weltwirtschaft“ und beim Aufbau des IWIM (Institut für Weltwirtschaft und Internationales Management) beteiligt. Auch den Studiengang MIER (Master International Economic Relations) durfte er mitgestalten. An mehreren Dritte-Welt-Studiengängen der Universität Bremen (SEPT, DENGO, Aufbaustudium Dritte Welt) beteiligte er sich mit großem Engagement; so konnte er die Verbindung des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaft mit diesen universitären Studiengängen gezielt fördern.

Der Wirtschaftsprofessor Karl Wohlmuth hat große  Teile seines wissenschaftlichen Nachlasses an das Universitätsarchiv der Universität Bremen abgegeben. Seine Erinnerungen sind als Audio-Datei zu hören und können als schriftliches Dokument nachgelesen werden. Der Professor ist nach wie vor in der Forschung tätig und in der Universität noch regelmäßig anwesend. Nach wie vor gibt der Professor das African Development Perspectives Yearbook heraus, das er seit 1989 federführend betreut. Diese Open Access-Publikation wurde im Jahr 2019 anlässlich des 30-jährigen Jubiläums mit einer Festschrift gefeiert (Link: https://media.suub.uni-bremen.de/handle/elib/4652?locale=de). Auch andere Publikationsreihen des IWIM (zur Sudanforschung, zur Globalisierung in der Weltwirtschaft, und die Berichte aus dem Weltwirtschaftlichen Colloquium der Universität Bremen) werden von ihm noch weiter maßgeblich betreut.

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06.03.2022
Die Kooperation des IWIM mit ukrainischen Universitäten – Hoffnung auf die Fortsetzung der erfolgreichen Zusammenarbeit nach dem Angriffskrieg von Putin

Die Ukraine gewinnt im Rahmen der Osteuropa-Forschung des IWIM immer mehr an Bedeutung

Die Kooperation des IWIM mit ukrainischen Wissenschaftlern begann mit einem von der EU geförderten Inco-Copernicus Projekt im Jahr 1998. Neben der Universität Luhansk waren mit der Universität Woronesch u. a. auch russische Wissenschaftler beteiligt (siehe: Final Report „Modernization of Enterprises: Factors, Strategies and Trends“, herausgegeben von der Universität Makedonien, Thessaloniki, Griechenland 2001). Die Kooperation wurde vom IWIM durch vom DAAD geförderte wechselseitige Auslandsaufenthalte für Wissenschaftler und Studenten fortgesetzt. Unabhängig davon konnten im Jahr 2002 dreizehn Praktika für Studenten des Abschlusssemesters aus Luhansk in Bremen vermittelt werden, ein Projekt, das mit längeren Praktika in Folgejahren weitergeführt wurde.

Kooperation des IWIM mit der Universität Luhansk

Durch Forschungen des IWIM zum Transformationsprozess in Osteuropa und zur Reformpolitik in der Ukraine kam es zur Kooperation mit der Nationalen Ökonomischen Universität Kiew. Auf der Jahreswirtschaftstagung des IWIM 2001 sprachen u. a. Wissenschaftler aus Russland, Weißrussland und der Ukraine (Siehe zum Abschlussbericht: A. Sell/T. Schauf, Hrsg., Bilanz und Perspektiven der Transformation in Osteuropa, LIT-Verlag 2003). Speziell auf die Ukraine gerichtet konnte im Jahr 2015 in Bremen ein Workshop über „Wirtschaftliche Perspektiven der Ukraine nach dem Assoziierungsabkommen mit der EU“ durchgeführt werden. Wichtige Aspekte der Reformpolitik des Landes wurden bei dem Workshop diskutiert; noch existierende Handlungsbedarfe für die Wirtschaftspolitik der Ukraine wurden thematisiert. Die Professoren des IWIM (Professor Axel Sell und Professor Karl Wohlmuth) publizieren auch in international angesehenen wirtschaftswissenschaftlichen Zeitschriften der Ukraine (wie dem Journal Of European Economy, herausgegeben von der Ternopil National Economic University, Ternopil, Ukraine) über weltwirtschaftliche, transformationspolitische und entwicklungspolitische Fragen. Daneben gab und gibt es an der Universität Bremen in mehreren Fachbereichen weitere Kooperationen mit ukrainischen Universitäten.


Kooperation des IWIM mit der Nationalen Ökonomischen Universität Kiew (vorne im Bild eine Kollegin von der Universität in Kiew und ein Kollege des IWIM)

 

Die unterschiedlichen Modernisierungskonzeptionen in der Ukraine und in Russland stehen im Mittelpunkt der Osteuropa-Forschung des IWIM

Immer stärker wurden im Rahmen der Osteuropa-Forschung des IWIM sich ausdifferenzierende Entwicklungswege und Transformationsstrategien erkennbar, insbesondere zwischen Russland und der Ukraine. Während die Ukraine immer stärker eine marktwirtschaftliche Ordnungspolitik im Rahmen der EU-Assoziation durchsetzen wollte, wurde eine neue Industriepolitik in Russland zum Eckpfeiler der Wirtschaftspolitik. Neue Grundlagen für die Implementierung einer strategischen Wirtschaftspolitik Russlands wurden ab dem Jahr 2000 mit Gesetzesänderungen zum Bodenrecht, zum Bürgerlichen Recht und zum Recht im Bereich der natürlichen Ressourcen geschaffen. Das Thema der „strategischen Sektoren“ wurde von Putin nach der Wiederwahl für die zweite Amtsperiode des Präsidenten im Frühjahr 2004 in die Öffentlichkeit gerückt.  Herausgehoben wurde in den Medien die Notwendigkeit staatlicher Kontrolle über die natürlichen Ressourcen. In der Ansprache an den Rat der Russischen Föderation stellte er im Jahr 2005 fest, dass es Zeit sei, klar jene ökonomischen Sektoren zu bestimmen und zu benennen, in denen die Stärkung der Unabhängigkeit und der Sicherheit Russlands eine vorherrschende Kontrolle durch nationales privates und staatliches Kapital erforderlich mache. Im Jahr 2008 unterzeichnete er als Präsident das Gesetz über die strategischen Sektoren. Neben den schon bestehenden Beschränkungen für ausländische Investoren im Banken- und Versicherungssektor wurden 42 Sektoren definiert, in denen ausländische Investitionen nur mit behördlicher Zustimmung getätigt werden dürfen. Zu den beschränkten Bereichen gehören auch Druck und Publikationen, Fernsehen und Radio.

Analysen aus dieser Zeit weisen darauf hin, dass wesentliche Vermögenswerte der Medien schon früh vom Staat und von Lobbyisten übernommen worden sind. In vielen anderen als strategisch eingestuften Sektoren spielen seither Kreml-loyale Oligarchen eine bedeutende Rolle. Auf der 2008 vom IWIM in Moskau mitgestalteten Konferenz „Government Relations. Interaktionen zwischen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft“ wurde die Bedeutung russischer Auslandsinvestitionen durch Gazprom und Rosneft entlang der Lieferkette von Öl und Gas kontrovers diskutiert (Siehe den Konferenzbericht: A. Sell/A. Krylov, Government Relations. Interaktionen zwischen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, Verlag Peter Lang 2009). Russische Diskutanten empfanden es als russlandfeindlich, wenn russischen Unternehmen Erwerb und Erweiterung von Beteiligungen erschwert würde. Aus Sicht von Abnehmern sahen andere Konferenzteilnehmer keinen Grund, die eigene Position in der Wertschöpfungskette ohne Not aufzuweichen. Wie bedeutsam die Angelegenheit für einige Akteure war, wird durch den späteren Asset-Tausch von BASF und Gazprom 2015 deutlich. Beteiligungen am Erdgashandel und an der Erdgasspeicherung wurden von Wintershall, eine Gruppengesellschaft von BASF, an den bisherigen Partner Gazprom übertragen. Entschädigt wurde Wintershall durch Anteile an Förderfeldern in Sibirien. All diese Entwicklungen führen dann direkt zu Nord Stream und zur Gasversorgung als geopolitisches Instrument. Die Beziehungen zwischen Russland und der Ukraine wurden zunehmend von der politischen Lage in der Ukraine und von der Gasversorgung für Deutschland und Europa bestimmt.

 

Der 24. Februar 2022 – der Überfall auf die Ukraine beginnt mit Raketenangriffen

Innerhalb von wenigen Tagen eskalierte der über Monate vorbereitete Angriffskrieg Russlands: Bombenhagel auf immer mehr Städte in der Ukraine – viele Zivilisten sterben; Europa und die ganze Welt werden durch den Angriff Russlands auf das größte Atomkraftwerk in Europa (Saporischschja) gefährdet; die Zerstörung der Infrastruktur der Ukraine beeinträchtigt immer mehr die Versorgungslage der Einwohner; Krankenhäuser, Wohngebiete und Schulen werden bombardiert; die Einkreisung der Millionenstadt Kiew durch das russische Militär erinnert an die Geschehnisse in Leningrad und Stalingrad während des Angriffskrieges der deutschen Wehrmacht in der Zeit des Nationalsozialismus; die Flüchtlingszahlen aus der Ukraine steigen bis zum 3. März 2022 dramatisch an auf 1,25 Millionen Menschen (vor allem Frauen, Kinder und Alte); es wird laut IOM (Internationale Organisation für Migration) und CNN mit bis zu 10 Millionen Flüchtlingen aus der Ukraine gerechnet; die Industrie und die Landwirtschaft der Ukraine werden systematisch zerstört, mit gravierenden Folgen für die Weltwirtschaft und für Afrika; die steigenden Weizenpreise können zu einer Hungersnot in weiten Teilen Afrikas führen. Aber: Eine riesige Welle der Hilfsbereitschaft entfaltet sich in ganz Europa. Die EU wird als politische, soziale und humanitäre Gemeinschaft zunehmend handlungsfähig. Das Argument der osteuropäischen EU-Mitgliedsländer, sie seien durch Putin trotz der NATO-Mitgliedschaft schon längst gefährdet, wird nun sehr ernst genommen.

 

Zerstörungen und Kriegsverbrechen in der Ukraine – Agenda des Wiederaufbaus und der Wiedergutmachung

Mit Präzisionswaffen werden Dörfer, Städte, kritische Infrastruktur, Zivilisten angegriffen. Neben den materiellen Schäden werden tausende Todesopfer und eine Vielzahl von traumatisierten Personen zu beklagen sein. Viele ukrainische Mütter werden ihre Kinder allein erziehen müssen, weil ihre Männer im Verteidigungskampf gefallen sind. Der Wiederaufbau des Landes - unter welchen politischen Vorzeichen auch immer - wird hunderte Milliarden Euro kosten. Russland wird sich an einem Wiederaufbaufonds für die Ukraine so oder so beteiligen müssen. Eine international verwaltete „Abgabe auf die Öl- und Gaseinnahmen Russlands“ wird schon jetzt diskutiert (in Anlehnung an das Programm für die finanziellen Sanktionen gegenüber dem Irak nach der Kuwait-Invasion („Reparationszahlungen“). Auch die Ressourcen der Oligarchen und anderer Kriegsverursacher und Kriegstreiber werden herangezogen werden müssen, um die verwüstete Ukraine wieder aufzubauen.

 

Wichtige Resolutionen und Kommentare zum Angriff auf die Ukraine

Die Vollversammlung der Vereinten Nationen und die Afrikanische Union verabschieden Resolutionen und Appelle, um dem Angriffskrieg auf die Ukraine Einhalt zu gebieten:

“General Assembly resolution demands end to Russian offensive in Ukraine” (2 March 2022): Link: https://www.undocs.org/en/A/ES-11/L.1

Comments on the Resolution:

Link: https://news.un.org/en/story/2022/03/1113152

 

“Statement from Chair of the African Union, H. E. President Macky Sall and Chairperson of the AU Commission H. E. Moussa Faki Mahamat, on the situation in Ukraine”

Link: https://au.int/en/pressreleases/20220224/african-union-statement-situation-ukraine

Comments on the Statement:

Link: https://blogs.die-gdi.de/2022/03/04/un-general-assembly-voting-on-ukraine-what-does-it-tell-us-about-african-states-relations-with-external-partners/

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„Putin hat die Ukraine für immer verloren“

Link: https://www.n-tv.de/politik/Putin-hat-die-Ukraine-fuer-immer-verloren-article23174318.html

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Der Angriff mit russischen Raketen auf das Atomkraftwerk Saporischschja, Ukraine

CNN, March 5, 2022: “Ukrainian nuclear power plant attack condemned as Russian troops 'occupy' facility”

Link: https://edition.cnn.com/2022/03/03/europe/zaporizhzhia-nuclear-power-plant-fire-ukraine-intl-hnk/index.html

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Der UN-Menschenrechtsrat untersucht die Kriegsverbrechen in der Ukraine:

“Human Rights Council establishes an Independent International Commission of Inquiry to investigate all alleged violations of human rights in the context of the Russian Federation’s aggression against Ukraine”

Link: https://www.ohchr.org/EN/HRBodies/HRC/Pages/NewsDetail.aspx?NewsID=28203&LangID=E

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Präsident Selenskyj: "Lernt die Wörter Reparationen und Kontributionen"

Link: https://www.zeit.de/politik/ausland/2022-03/ukraine-invasion-reparationsforderung-russland-verhandlung-kriegsschaeden

 Menschen an einer zerstörten Brücke in der ukrainischen Stadt Irpin © Anastasia Vlasova/​Getty Images

Quelle: ZEIT ONLINE, 3. März 2022, 14:29 Uhr

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26.08.2021
Elke Grawert und die Afrikaforschung am IWIM – Ein Nachruf



Elke Grawert, Bremen, 13. November 1958 - 5. März 2021

Frau PD Dr. Elke Grawert ist am Freitag, 5. März 2021 nach schwerer Krankheit gestorben. Der Verlust ist überaus groß – für ihre Söhne, ihre FreundInnen, ihre Kollegen. Das IWIM verdankt ihr viele wichtige Initiativen und Forschungsarbeiten, die zur Reputation dieses universitären Instituts wesentlich beigetragen haben. Sie hat sich in weiten Bereichen der Afrika-, Friedens- und Konfliktforschung betätigt, als Forscherin, als Lehrende, als Beraterin, als Netzwerkerin und als einfühlsame Gesprächspartnerin. Sie hat im klassischen Sinne Feldforschung betrieben und inmitten der Bevölkerung im Sudan, in Tansania und in anderen Ländern des Südens gelebt und gearbeitet. Sie hat die lokale Bevölkerung in ihren Haushalten besucht, bei deren täglicher Arbeit begleitet und beobachtet, Frauen und Männer in entlegenen Dörfern interviewt, und intensive Erhebungen zur Lebensweise und Arbeit von Frauen, deren Männer aus Erwerbsgründen migrierten,  durchgeführt. In vielen Publikationen von Elke Grawert finden sich diese empirischen Erhebungen in methodisch mustergültiger Weise verarbeitet. Zu ihrer letzten beruflichen Station am BICC (Bonn International Center for Conversion)  liegt ein Nachruf vom Direktor des BICC vor. In der Zeit am BICC seit 2010 hat sie sich mit wichtigen Themen der Konflikt- und Friedensforschung befasst. Zu erwähnen sind beispielsweise Arbeiten zur Friedenssicherung in Afghanistan durch konfliktsensitive Beschäftigungsinitiativen und Forschungen zur Verknüpfung von geschäftlichen Interessen des Militärs und der Unternehmen in arabischen Ländern. In ihrer Zeit am BICC hat sie im Juli 2012 an der Universität Bonn die 9th International Sudan Studies Conference ausgerichtet und mehrere hundert Sudanforscherinnen und -forscher aus aller Welt zum wissenschaftlichen Austausch versammelt. Die Tagung wurde ein großer wissenschaftlicher Erfolg.

Vor ihrer Zeit als Senior Research Fellow am BICC war sie in mehreren Funktionen an der Universität Bremen tätig. Sie kooperierte mit dem Forschungsteam von Prof. Dr. Karl Wohlmuth in mehreren Publikations- und Forschungsprojekten zum Sudan und zu anderen afrikanischen Ländern und mit Prof. Dr. Michaela von Freyhold im Rahmen von neu eingerichteten internationalen entwicklungspolitischen Studiengängen. Hier wird über ihre ersten wissenschaftlichen Arbeiten an der  Universität Bremen und über ihre Zeit am IWIM (Institut für Weltwirtschaft und Internationales Management)  berichtet. Sie gehörte zu den Gründern des African Development Perspectives Yearbook, dem englischsprachigen Afrika-Jahrbuch, das an der Universität Bremen seit1989 herausgegeben wird. Bereits am Band 2 (1990/91) war sie beteiligt - mit einer Unit (einem Themenkomplex mit mehreren Aufsätzen) mit dem Titel „Women’s Participation in the Industrialization Process - Problems and Perspectives“. Am Band 3 (1992/93) war sie mit der Unit “Household Energy Systems” beteiligt, und am Band 7 (1999) mit der Unit „Self-Help, Self-Organization, and Empowerment of Disadvantaged Rural and Urban Population Groups“. Am Band 8 (2000/2001) bearbeitete sie die Unit „African Women in the Globalising Economy“. Die Themen, die sie als Mitarbeiterin bzw. als Mitherausgeberin des Afrika-Jahrbuchs besetzte, hatten mit Partizipation von gesellschaftlichen Gruppen, mit der Stärkung der Position und der Lebens- und Arbeitsbedingungen von Frauen, mit der Rolle von Frauen als Unternehmerinnen, und mit der Förderung der Zivilgesellschaft durch lokale Initiativen zu tun. Sie war ein sehr geschätztes Redaktionsmitglied der Herausgebergruppe des Afrika-Jahrbuchs. Mit ihrem schnell anwachsenden wissenschaftlichen Netzwerk war sie sehr hilfreich bei der Themenfindung und -formulierung.

Frau Elke Grawert wurde aufgrund ihrer Sudanforschungsinteressen nach Bremen eingeladen. In der Sudanforschungsgruppe Bremen hat sie viele Jahre aktiv mitgearbeitet, zahlreiche Forschungsvorhaben angestoßen und viele Publikationen erarbeitet. Sie hat auch ihre Dissertation in Bremen angefertigt. Ihre Bücher und Sammelbände konnte sie immer in erstklassigen Verlagen unterbringen. Die Dissertation mit dem Titel “Making A Living In Rural Sudan. Production of Women, Labour Migration of Men, and Policies for Peasants’ Needs”  ist 1998 bei Macmillan Press Ltd erschienen. Sie entwickelte einen Ansatz, in dem sie vier Ebenen integrierte: eine Analyse der ländlichen Entwicklung und der Lebensbedingungen der bäuerlichen Bevölkerung, eine Analyse der Ernährungssicherung, eine Analyse der spezifischen Situation von Frauen in ländlichen Gegenden, und eine Analyse der Migrationsprozesse. Durch moderne Feldforschungsmethoden konnte sie wichtige Ergebnisse erzielen; sie nahm sich immer ausreichend Zeit für ihre Feldforschungsaufenthalte. Für ihre Dissertation etwa war sie von Februar bis September 1988 in Kutum, Nord-Darfur, Sudan, um durch Beobachtung und Interviews Daten für ihre Arbeit zu erheben. Sie lebte dort unter vergleichbaren Bedingungen wie die lokale Bevölkerung, wie die Personen in jenen Haushalten, die sie analysierte. Durch die Beobachtung der Lebens- und Arbeitsbedingungen erarbeitete sie sich ein Verständnis der Struktur der Haushalte und der Arbeitswelt in Kutum, Nord-Darfur; durch Interviews mit Frauen konnte sie deren tägliche Aktivitäten kennenlernen und sich ein Bild von der Gesellschaft und Wirtschaft in Kutum erarbeiten. Ihr Interesse galt vor allem der neuen lokalen Arbeitsteilung und der Arbeitslast der Frauen nach der Erwerbsmigration der Männer. Die präzise Analyse in ihrer Dissertation hat wohl zahlreiche Sudanforscher/Innen angeregt, ihre theoretischen Fragestellungen weiter zu vertiefen.

Aber auch an vielen anderen sudanspezifischen Forschungsarbeiten war Elke Grawert beteiligt. Sie hat etwa ein Forschungsprojekt zur Wanderarbeit im Sahel durchgeführt und 1994 einen wichtigen Band über die Ergebnisse einer  Konferenz zu dem Thema veröffentlicht. Der Band über „Wandern oder bleiben? Veränderungen der Lebenssituation von Frauen im Sahel durch die Arbeitsmigration der Männer“ war der Versuch, den Analyserahmen von ihrem Dissertationsthema auch für andere Sahelländer zu nutzen. Die Publikation umfasst Fallstudien in acht verschiedenen Orten von vier Sahelländern mit Ergebnissen dazu, wie sich die Arbeits- und Lebensbedingungen von Frauen durch die Migration der Männer verändern. Die Studien zu Orten im Sudan, in Mali, in Burkina Faso und im Senegal zeigen wichtige Muster und Reaktionsweisen auf, was Frauen erleben und wie Frauen in solchen Situationen reagieren. Die Konferenz und die Publikation zeigen auch die Arbeitsweise von Frau Grawert – Frauen berichten über ihre Feldforschungen bei Frauen in afrikanischen Ländern. Unterbelichtete Bereiche der Migrationsforschung wurden sehr konsequent analysiert; das Material wurde handlungsorientiert aufbereitet. Es ging Frau Grawert immer um Wege, wie Frauen ihre Lage vor Ort verbessern können - die Auswirkungen der Arbeitsmigration auf die Ernährungssicherung, auf die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung, auf die natürliche Umwelt, und ganz allgemein auf die Handlungsspielräume, die ein Bleiben im Sahel ermöglichen. Auch im Inter-University Centre (IUC) Dubrovnik hat Frau Grawert mehrere Kursprogramme der Universität Bremen bzw. des IWIM unterstützt. Sie nahm gerne die Möglichkeit wahr, als Dozentin bei internationalen Konferenzen über ihre Forschungsergebnisse zu referieren.

Und nun zum Meisterwerk von Elke Grawert. Von größter Bedeutung für die Sudanforschung des IWIM war ihr Engagement für das große Forschungsprojekt „Governance and Social Action in Sudan after the Peace Agreement of January 2005: Local, National, and Regional Dimensions“, das großzügig von der VolkswagenStiftung gefördert wurde. Dieses Forschungsprojekt sollte unmittelbar nach dem Friedensabkommen vom Januar 2005 die Regierungsführung im Sudan durch wissenschaftliche Expertise, durch Ausbildungsprogramme und durch Beratung unterstützen. Die Friedensvereinbarungen zwischen der südsudanesischen Befreiungsfront SPLM und der sudanesischen Regierung in Khartum waren bedeutsam, mussten aber durch internationale solidarische Aktionen unterstützt und stabilisiert werden. Das Projekt startete unmittelbar nach dem Friedensabkommen vom 9. Januar 2005 und endete erst im September 2012 mit der  Übergabe des Endberichtes an die VolkswagenStiftung; immer wieder wurde das Projekt verlängert, auch um die Zeit nach der Unabhängigkeit des Südsudan (9. Januar 2011) noch einzubeziehen. Das Projekt war nicht nur ein Forschungsprojekt, sondern auch ein Ausbildungsprojekt, da auch Masterstudien und Doktoratsstudien im Sudan, in Kenia und in Äthiopien gefördert wurden. Die StudentInnen arbeiteten zu Themen, die mit der Umsetzung des Friedensabkommens im Zusammenhang standen. Die Nachbarländer des Sudan (Kenia und Äthiopien) wurden einbezogen, weil Millionen von sudanesischen Flüchtlingen in Lagern dieser Länder lebten und auf eine geordnete Rückführung in ihre Heimatgebiete hofften. Dieses Projekt hat wichtige Forschungen zum Sudan angeregt, insbesondere hinsichtlich der Chancen für einen Neustart der Beziehungen zwischen dem von der SPLM kontrollierten autonomen und dann unabhängigen Südsudan und der Regierung des Sudan unter Präsident Al-Bashir in Khartum. Das Netzwerk der Bremer Sudanforschung wurde durch das Projekt stark ausgeweitet. Das Projekt war aber auch ein Beratungsprojekt, da Regierungsbehörden im Sudan/Südsudan und UN-Organisationen durchaus an den Ergebnissen der Forschungsarbeit interessiert waren. Frau Grawert hat die Funktion als Projektkoordinatorin akribisch ausgefüllt; die wissenschaftliche und die organisatorische Koordination klappte vorbildlich. Die afrikanischen Wissenschaftler wurden sehr gut in die Projektarbeit integriert, und eine Vielzahl von Publikationen wurde zum Projektthema verfasst. Frau Grawert hat sich intensiv darum bemüht, afrikanischen Nachwuchswissenschaftler/Innen aus den Projektländern Publikationschancen zu bieten.

Wir werden Elke Grawert dankbar in Erinnerung behalten.

Professor Dr. Karl Wohlmuth
IWIM, Fachbereich Wirtschaftswissenschaft,
Universität Bremen

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26.08.2021
Ein neuer Wissenschaftsblog von Karl Wohlmuth: „Globale Technologieentwicklung und Afrikas digitale und technologische Aufholprozesse“

Zugang zum Blog Weltneuvermessung (Internetversion): https://weltneuvermessung.wordpress.com/2021/06/08/globale-technologieentwicklung-und-afrikas-digitale-und-technologische-aufholprozesse/, und zur PDF: https://weltneuvermessung.files.wordpress.com/2021/06/weltneuvermessung-wohlmuth-globale-technologieentwicklung-und-afrika-5-2021.pdf

Kurztext zum Blog: „Afrika steht weltweit noch am Anfang der Vierten Industriellen Revolution, in der die digital gesteuerte Produktion mit Künstlicher Intelligenz verbunden wird. Gleichwohl besteht gerade heute für einige afrikanische Länder die historische Chance, im Rahmen eines „leapfrogging“ die technologische Kluft gegenüber den etablierten Industrieländern zu überspringen und mit lokalen Technologien den Entwicklungsrückstand des Kontinents zu verringern. Welche Länder hierbei die besten Aussichten haben und welche Anforderungen sich an den internationalen Technologietransfer jenseits der Entwicklungszusammenarbeit stellen, untersucht der Beitrag von Prof. Dr. Karl Wohlmuth von der Universität Bremen.“

Der Blog des Bremer Afrikaexperten Karl Wohlmuth mit dem Titel „Globale Technologieentwicklung und Afrikas digitale und technologische Aufholprozesse“ geht von den globalen Technologietrends aus, die sich für die nächsten Jahre abzeichnen. Insbesondere die Verknüpfung von technologischer und digitaler Entwicklung wird diskutiert. In einem weiteren Schritt wird darauf eingegangen, wie Afrika pro-aktiv reagieren kann. Die Entwicklung zur „Afrikanischen Kontinentalen Freihandelszone“ ist wohl von entscheidender Bedeutung, um die technologischen und digitalen Nachhol- und Aufholprozesse zu stützen. Bereits jetzt zeigen sich Anwendungsfelder für Technologien der Vierten Industriellen Revolution (4IR-Technologien) in mehreren afrikanischen Ländern. Neue Instrumente zur Messung der Veränderungen, wie der African Leapfrog Index (ALI), zeigen, dass die digitale Transformation in Afrika zügig voranschreitet, und auch die Fähigkeit zunimmt, globale Technologien kostengünstig zu absorbieren, obwohl diese Prozesse ungleichzeitig und ungleichmäßig erfolgen. In einem Ausblick wird von Professor Karl Wohlmuth auf die Chancen und auf die Herausforderungen für Afrika eingegangen.

In einer neuen Studie geht der Bremer Afrikaexperte ausführlich auf die Rolle afrikanischer Unternehmen und afrikanischer Startups bei den technologischen und digitalen Aufholprozessen ein (vgl. die Studie „Globale Technologieentwicklung und Afrikas digitale und technologische Aufholprozesse – Wie agieren die Unternehmen?“, veröffentlicht in Berichte aus dem Weltwirtschaftlichen Colloquium der Universität Bremen, Nr. 129, August 2021, 61 Seiten; Zugang: http://www.iwim.uni-bremen.de/blaue_reihe/, und: https://www.karl-wohlmuth.de/blaue_reihe/). Eine umfassende Abhandlung zum Thema der digitalen Transformation in Afrika ist in Vorbereitung als Band 23 (2022) des African Development Perspectives Yearbook mit dem Titel: “Business Opportunities, Start-ups and Digital Transformation in Africa” (Info und Zugang: http://www.iwim.uni-bremen.de/index.php?content=345&lng=de, und: https://www.karl-wohlmuth.de/african_development_perspectives_yearbook/).

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01.02.2021
Globalization, Populism and Extremism: The January 6, 2021 mob attack on the US Congress and Adolf Hitler’s failed 1923 Munich Beer Hall putsch

In his statement “Sliding Doors: The Day US Democracy Almost Died” (see the blog on the homepage of Thomas Palley, Co-editor, Review of Keynesian Economics: https://thomaspalley.com/?p=1902) we find the following words:

“Sunday January 10, 2021. It is now four days since the January 6 mob attack on the US Congress which President Donald Trump incited. In a manner akin to a combat situation, the numbness induced by the overwhelming nature of the event is giving way to shock and anger. What is also becoming clear is just how close US democracy came to dying.
The film Sliding Doors begins with two different scenarios in which the course of the main protagonist’s life depends on whether or not she catches the subway by seconds. The events of January 6 have a Sliding Doors quality to them.
It now seems the attack has backfired for Trump and turned into a political fiasco. That fiasco resonates with Adolf Hitler’s failed 1923 Munich Beer Hall putsch (German for coup) – though lest we get carried away, let us not forget Hitler returned and took power ten years later, and we all know what followed.
Hitler’s failed Munich putsch is one scenario. The other scenario is the Bolshevik Party’s sudden seizure of power in St. Petersburg, Russia in October 1917. That coup succeeded and launched a totalitarian dictatorship that was to last almost seventy-five years.
It is easy to imagine a scenario in which Trump’s mob had been better organized and more ruthless, and in which they had seized Congress and summarily executed Democratic Senators and House members – along with Senator Mitt Romney, who has been heroic in his opposition to Trump. That would have left a rump majority of willing accomplice Republicans, plus a smaller group of Vichyssoise Republicans who meekly towed the line.
In that imagined scenario, Trump would have been able to declare a state of emergency which would have been supported by the military, under orders from his Secretary of Defence henchman. The rump Republican Party would likely have rubber stamped everything. In one swoop, US democracy would have been felled, in a manner similar to the Bolshevik takeover of Russia.”

 
Source: The Guardian, https://www.theguardian.com/us-news/2021/jan/06/trump-capitol-american-carnage-washington; Story: American carnage: how Trump's mob ran riot in the Capitol

In his E-Mail to colleagues Thomas Palley writes: “I have posted (see the PDF: Palley-Globalization, January 2021) a new research paper titled ‘National Policy Space: Reframing the Political Economy of Globalization and its Implications for National Sovereignty and Democracy’. The terrible political events of the last few months make it even more urgent that we unpack the political economy of the last forty years and its corrosive effects. I hope the paper can contribute to unpacking globalization’s contribution to the toxic brew.”

The paper is important as it shows that there are different alternatives to organize globalization to the benefit of the world economy, to the benefit of all geo-political regions, and to the benefit of the people, and that some alternatives are associated with the chance to preserve national sovereignty and democracy. When four  economists published nearly 20 years ago an essay on the issue “How much globalization does the world bear?”, the collaborating economists had something like a political economy view in mind, although quite different theoretical views were prevalent in the group. A short summary in English of the study „Wie viel Globalisierung verträgt die Welt?“  is found below, an article written by Hans-Werner Sinn, Michael Rauscher, Rainer Bartel, and Karl Wohlmuth (Link to the article which is available for a download at: https://www.ifo.de/publikationen/2002/zeitschrift-einzelheft/ifo-schnelldienst-242002). The Abstract reads as follows:

“The term globalization has dominated the public debate for years. For some the opening of markets has not gone far enough, for others globalization has led to further inequalities between economies and has enlarged the distance between industrial and developing countries. Prof. Hans-Werner Sinn discusses the economic forces that have been released in the globalization process. In the opinion of Prof. Michael Rauscher, Rostock University, globalization will undoubtedly continue to progress, but it does not only need international co-ordination. On the contrary, in a globalized world there are good arguments for the subsidiarity principle: Problems should be dealt with and solved at the lowest possible level. Many problems that arise in connection with globalization can be managed at the national level. Also for Prof. Karl Wohlmuth, Bremen University, the structure of globalization is the determining issue. What is important for him is "the extent to which there is a willingness to adapt national and international framework conditions to the speed of globalization". For Prof. Rainer Bartel, Linz University, globalization must be "efficient" and "sustainable" but "scientists and politicians are still not ready for this". We now know that such analyses and recommendations remained confined to the academic circles; a real political shaping/reviewing/controlling/transforming of the globalization process was not done, neither at the national level, nor at the global level.

The Globalization Pentagon: Globalization traps, globalization trilemma, globalization dimensions (drivers), globalization phases, and globalization speed
Too many economists, political scientists and sociologists who were working on globalization issues followed the mainstream view that “the more globalization is enforced, the better the results for all will be”, assuming that the welfare effects will trickle down to all nations and to all people, But, neither the poverty of people, nor the poverty of regions were eliminated (SDG 1: No Poverty), and neither the lower middle class, nor the upper middle class have enjoyed stable jobs, social security, and sustainable income increases (SDG 8: Decent Work and Economic Growth). Increasing inequality within countries and between countries occurred and became a growing burden (SDG 10: Reduced Inequalities). We speak now not only about a “middle-income trap” but also about a “high-income trap”. And all this has a lot to do with the globalization process as it unfolds. It is necessary to study these globalization traps and to work hard along the lines of identifying the causes of the two traps as these are associated with a severe globalization fatigue. The globalization trilemma is a second area for studying globalization as the tensions between globalization, the nation state, and the democracy are prevalent. Also, third, it is necessary to work more on the globalization dimensions/drivers (global trade of goods and services, global technology flows, global value chains, global financial flows, and global labour flows). Fourth, the globalization phases have to become more deeply researched, as the turn from globalization 3.0 (with computers, automation, and robots) to globalization 4.0 (with digitalization, industry 4.0, and artificial intelligence) will impact heavily on the stability of jobs and the changes of income distribution. Lastly, a fifth factor of research interest is the globalization speed, observed by the rapid growth of scientific and technological developments in conjunction with digitalization; this process will change the outlook for globalization quite rapidly. In order to control populism and extremism in conjunction with globalization processes, such researches along this pentagon are urgent. Professor Karl Wohlmuth researches since many years on this globalization pentagon, on these interconnected five elements of globalization. But, policy action on the basis of the globalization pentagon is most urgent to avoid populism and extremism.

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01.02.2021
Advising on African and Global Studies – Festschrift 30 Years African Development Perspectives Yearbook, Innovation Policies in Bremen, World Economy Transitions and COVID-19, Cooperation with the University of Bremen Archives, and Evaluation of Working Programmes, Manuscripts and International Study Programmes

Recent months were busy times for Economics Professor Karl Wohlmuth. He guided the project “Festschrift Anniversary of Thirty Years (1989-2019)  of the African Development Perspectives Yearbook”. The Festschrift was finalized as a first edition in November 2020, and the second edition appeared in January 2021. The University of Bremen has republished the Festschrift as a major document on its media platform. The number of contributors to the Festschrift was very high, and the response to make recommendations for a further quality increase was great. It was proposed to move with the Yearbook to an open access system; negotiations are now underway. A great number of suggestions came in to make the Yearbook a real platform for success stories and sustainable reforms in Africa. It was decided by the Research Group on African Development Perspectives Bremen to publish a Festschrift, as a physical celebration of the Thirty Years Anniversary was not possible because of COVID-19.

Professor Wohlmuth and the editors of volume 22 (2020/21) of the African Development Perspectives Yearbook have in the meantime finalized the new volume. It is now in the process of publication. The new volume has two Units with twelve chapters and a further Unit with book reviews and book notes. Professor Wohlmuth and the team of Unit Editors have introduced the content of all the three Units. The volume is quite relevant as the theme “Sustainable Development Goal Nine and African Development” touches issues of promoting industrialization, developing infrastructure, and building innovation capacity in Africa. Also, the Research Group on African Development Perspectives Bremen has released in December 2020 the new call for papers for volume 23 (2022) on “Business Opportunities, Start-ups and Digital Transformation in Africa”. A Unit  on “COVID-19 and repurposing industries in Africa” and Units with country cases  of digital transformation and digital entrepreneurship are envisaged. There is already great interest to become part of the new Yearbook project.

Professor Reuben A. Alabi from the Department of Agricultural Economics at Ambrose Alli University, Ekpoma, Edo State, Nigeria has finalized important research work for international and regional African organizations, and for the Yearbook in cooperation with Professor Wohlmuth. Also, a major research report by the two professors came out on “Waste Management Policies in Nigeria and Germany”, with a focus on the municipalities of Lagos and Bremen. Professor Alabi has also finalized a study on “Financial innovations and agricultural development in Nigeria”. The study is part of his research programme “Environment and Development Management Nigeria-Germany”. He will now take up again his duties as a full professor of agricultural economics at Ambrose Alli University in Ekpoma, Edo State, Nigeria. In the Festschrift “Thirty Years Anniversary of the African Development Perspectives Yearbook” he gave an account of the role the Yearbook has played for enhancing reforms in Africa. Professor Alabi will continue his work as co-editor of the African Development Perspectives Yearbook.

Professor Wohlmuth was active in evaluating applications for professorship, research manuscripts, and international study programmes. He was again appointed as a member of a promotions committee for professors (associate and full professors) at a university in Michigan, USA. He did reviews for development economics and environmental economics journals. He evaluated international study programmes in Tajikistan. This work was possible only in the form of virtual meetings, what limits considerably real evaluations. Tajikistan is reforming its study programmes also in the field of economics. The study programmes related to economics and business studies in Tajikistan intend to support also the research component, especially so in the direction of increasing the competitiveness of the Tadjik economy. It was found out during the meetings that more international cooperation of teachers and researchers and higher financial support for individual research programmes are quite necessary. While the leading staff persons of the  universities in Tajikistan are linked to the government offices and/or the traditional elites, the young teachers and researchers are mobile, motivated, mostly English-speaking, and interested to cooperate with universities in countries of the European Union and with universities in other geo-political regions (USA, China, Russia, India).

The Government of Bremen is on the move to develop a new “Innovation Strategy for the Country State of Bremen 2030” to replace the outdated Innovation Programme 2020 and the Cluster Strategy 2020. Professor Wohlmuth works on the issues of innovation and technology policy of Bremen since the 1980s when his institute produced a handbook “Bremen as a location for high technology industries”. In recent months, Professor Wohlmuth has contributed essays on new innovation policies for Bremen to support  in this way a new innovation strategy for Bremen. The COVID-19-crisis gave an additional push for reforms of innovation policies as many industries in Bremen are severely affected, because leading cluster industries (space and aircraft industries, automotive sector, logistics and transport industry, tourism, and others) have to overcome the crisis in the medium- to long-term. The main issue is to combine new cluster and innovation strategies with a strategy to navigate the industries out of the COVID-19-crisis. The Professor has emphasized five elements of an action programme for Bremen (institutional reform component; strengthening the regional innovation system; value-added-focussed and employment-oriented component; further developing the health, medical support, and care sector; and supporting digitalization).

Professor Karl Wohlmuth has accepted the offer of the University of Bremen Archives (Universitätsarchiv) to transmit a considerable part of his scientific research and teaching fundus, with materials classified on eight categories (first, Teaching  Projects since 1971; second, Integrated Introductory Study Programmes in the 1970s; third, Research and Consulting Activities on Sudan 1978-2021; fourth, Researches on African Development since the 1970s, Consulting on Africa since the 1980s, and Editing/Publishing the African Development Perspectives Yearbook since 1989; fifth, Shaping the development of the Faculty of Economics and Business Studies since 1971; sixth, Organising the research, teaching, advisory, and training activities as the Director of the World Economy Research Group since the 1970s and of the IWIM/Institute for World Economics and International Management since 1987; seventh, Developing the international cooperation projects since 1971 for the University of Bremen, for the Faculty of Economics and Business Studies, and for IWIM; and eighth, Documenting the personal development and the career of Karl Wohlmuth since the 1960s). Professor Wohlmuth celebrates in September 2021 50 years as professor of comparative economic systems at the University of Bremen, as he moved to the new university in September 1971. He came from the Institute for the Theory of Economic Policy at the FU of Berlin after work periods in Vienna and in Linz, Austria. He was part of a small group of professors who were in the first weeks of the new university appointed in meetings of the whole Senate of the Country State of Bremen, while months later the calls to Bremen and the appointments of professors were done by the Senator of Education and Science. An audio file of an interview with Professor Karl Wohlmuth about his life, his scientific work, and his experiences at the University of Bremen is also available in the University of Bremen Archives.

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25.05.2020
30 Jahre „African Development Perspectives Yearbook” – Ein Projekt der Afrikaforschung an der Universität Bremen

Die Herausgeber des African Development Perspectives Yearbook und die Universität Bremen feiern ein Jubiläum. Von Fragen der Industrialisierung, der Agrarentwicklung und der Armutsbekämpfung bis hin zu Wissenschaft, Technologie und Innovation als Voraussetzungen für inklusives Wachstum in Afrika reichen die Themen, die im Jahrbuch abgehandelt werden. Drei Jahrzehnte afrikanischer Entwicklungen und Politikreformen sind im Fokus dieses Publikationsprojektes der Bremer Universität gewesen, und das Projekt wird weitergeführt. Die Forschungsgruppe Afrikanische Entwicklungsperspektiven Bremen unter der Leitung von Prof. Dr. Karl Wohlmuth und das Institut für Weltwirtschaft und Internationales Management (IWIM) am Fachbereich Wirtschaftswissenschaft der Universität Bremen haben dieses Bremer Entwicklungsprojekt für Afrika begründet und weiterentwickelt. Im Jahr 1989 wurde der erste Band des Jahrbuchs mit dem Titel „Human Dimensions of Adjustment“ veröffentlicht. Vor wenigen Wochen ist nun der Band für 2019 des „African Development Perspectives Yearbook“ erschienen. Der Titel des englischsprachigen Bandes lautet „Science, Technology And Innovation Policies For Inclusive Growth In Africa – Human Skills Development And Country Cases” („Wissenschafts-, Technologie- und Innovationspolitiken für inklusives Wachstum in Afrika – Entwicklung der menschlichen Fähigkeiten und Länderstudien“).

Über dieses Jubiläum wurde eine Presseerklärung verfasst (vgl. die PDF FB 7-Info 30 Jahre Jahrbuch). Vgl. dazu auch die Mitteilungen auf der Homepage des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaft der Universität Bremen: https://www.uni-bremen.de/wiwi/news/detailansicht/ein-projekt-der-afrikaforschung-an-der-universitaet-bremen. Es ist auch geplant, eine Online-Festschrift „30 Jahre African Development Perspectives Yearbook – Reformimpulse für Afrika“ zu veröffentlichen. Wichtige Unterstützer, Herausgeber, und Autoren wollen sich zu dem Projekt äußern.

Bibliographische Information über die neue Publikation:

African Development Perspectives Yearbook 2019
Science, Technology And Innovation Policies For Inclusive Growth In Africa - Human Skills Development And Country Cases,
Edited by Achim Gutowski, Nazar Mohamed Hassan, Tobias Knedlik, Chantal Marie Ngo Tong, Karl Wohlmuth,
LIT Verlag Wien, Zürich 2020
ISBN  978-3-643-91173-5 (pb)
ISBN 978-3-643-96173-0 (PDF)
i-xxxvi und 527 Seiten und i-x

Infos über die Publikationsreihe: 1989-2019

http://www.iwim.uni-bremen.de/index.php?content=345&lng=de
http://www.lit-verlag.de/reihe/adpy

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