Governance and Social Action in Sudan

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05.09.2022
Putin, die Sanktionen, und das Gold des Sudan: Wie informelle Netzwerke zur Finanzierung des Angriffskrieges gegen die Ukraine beitragen

In einem neuen Beitrag geht der Bremer Wirtschaftsprofessor und Sudanforscher auf die informellen Netzwerke ein, die  Putin nutzt, um die Goldreserven Russlands aufzustocken und so die Sanktionen des Westens zum Teil zu kompensieren (vgl. die PDF: Putin-Sanktionen-8-2022). Für die Entwicklungspolitik gegenüber Afrika ergeben sich wichtige Schlussfolgerungen, insbesondere auch für die Bundesrepublik Deutschland und die Europäische Union. Der Weser-Kurier aus Bremen hat eine Kurzfassung der Studie in der Papierausgabe vom 28. August 2022 auf der Seite 2 mit dem Titel „Putin finanziert Kriege über informelle Netzwerke“ veröffentlicht. Eine Online-Veröffentlichung zu dem Thema erfolgte am 27. August 2022; Zugang unter dem Link: https://www.weser-kurier.de/politik/ausland/putin-finanziert-seine-kriegsoperationen-ueber-informelle-netzwerke-doc7mhlaa9go1e9y7onnfx


Kurzfassung der wesentlichen Thesen:

Putin, die Sanktionen und das Gold Afrikas

Karl Wohlmuth, Universität Bremen

Der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine dauert nun schon mehr als sechs Monate. Die Europäische Union ist dabei, ein siebentes Sanktionspaket zu schnüren. Doch Putin rühmt die Stärke der russischen Wirtschaft. Im Westen gibt es daher Zweifel an der Wirksamkeit der Sanktionen. Studien zeigen aber, dass Russland überaus wirksamen Sanktionen gegenübersteht. Der Propagandaapparat des Kremls zeichnet ein Bild der Wirtschaftsentwicklung, das durch umfassende Manipulation von Daten zustande kommt. Rosstat, die Statistikbehörde des Landes, wurde dem Propagandaapparat des Kremls eingegliedert. Daten über die Wirtschaftslage werden auf vielfältige Weise manipuliert, etwa durch Prognosen, die sich auf Ausgangsdaten aus den ersten Kriegstagen beziehen oder durch die selektive Präsentation von Datenreihen mit positiven Entwicklungstrends. Die sorgfältige Analyse der offiziellen Daten ergibt ein Bild, das bereits umfassende und auch unumkehrbare Wirkungen der Sanktionen zeigt.

Russland hat bereits wichtige Positionen auf den internationalen Rohstoffmärkten (vor allem bei Gas, Öl, und Kohle) verloren. Die Importabhängigkeit praktisch aller industrieller Wertschöpfungsketten von westlichen Inputs und Technologien bedeutet, dass die Produktionsverluste Russlands größer werden. Die Strategie der Importsubstitution ist schon gescheitert. Der Exodus von wesentlichen Teilen der russischen Produktionsbasis (Unternehmen, Kapital, und Talente) beschleunigt sich. Mehr als 1000 international operierende Unternehmen haben das Land verlassen. Die makroökonomische Politik kann weder die Inflationsbekämpfung noch die Strukturanpassung erreichen. Die Abkoppelung von den internationalen Finanzmärkten führt zu drastischen Veränderungen auf den heimischen Finanzmärkten, da eine lange Dauer des Krieges und eine stabile Sanktionsfront eingepreist werden. Die Sanktionspolitik des Westens ist effektiv, weil ein umfassender Strategieansatz dahintersteht. Expertengremien evaluieren die Wirksamkeit der Sanktionen.

Putin geht nicht von einem Zerbrechen des westlichen Sanktionssystems aus, sondern nutzt informelle Netzwerke, um seine Kriegsoperationen zu finanzieren. Kurz nach der Annexion der Krim im Jahr 2014 hat er den Sudan als „Schlüssel nach Afrika“ ausgemacht, um ein Netzwerk des Goldschmuggels zur Umgehung der Wirkung von Sanktionen zu etablieren. Diese Netzwerke sollen helfen, die Goldreserven der russischen Zentralbank aufzustocken. Die „Gruppe Wagner“, verharmlosend als privates Söldner- und Militärunternehmen bezeichnet, ist nunmehr in 23 afrikanischen Ländern aktiv. Die Gruppe hat die Funktion, Militärregime zu stabilisieren und lokale Armeen auszurüsten; als Gegenleistung werden Russland illegale Einnahmen aus der Überwachung von Bergbauaktivitäten und Anteile aus dem Schmuggel von hochwertigen Mineralien wie Gold zugesichert. Die „Gruppe Wagner“ hat im Sudan ein internationales Netz des Goldschmuggels etabliert; seit dem Putsch vom Oktober 2021 unterstützen die Spitzenmilitärs des Sudan ganz offen dieses „Geschäftsmodell“. Gold im Wert von Milliarden Dollars wird – vorbei an staatlichen sudanesischen Stellen und der Zentralbank - aus dem Land geschmuggelt. Dieses Geschäftsmodell wird auch in anderen afrikanischen Ländern praktiziert. Diese informellen Netzwerke sind für die Finanzierung des Ukrainekriegs und anderer Militäroperationen Russlands enorm wichtig geworden. Goldtransaktionen können durch Sanktionen wesentlich schwerer unterbunden werden. Die Sanktionen gegen die „Gruppe Wagner“ durch den Westen sind bisher wirkungslos geblieben.

Für eine neue globale Ordnung ergeben sich bedeutsame Herausforderungen. Bei drei Themen (Stabilisierung einer kooperativen und effektiven Sanktionspolitik bei Angriffskriegen, Ausgestaltung von Politiken für Reparationen und den Wiederaufbau zerstörter Regionen nach dem Ende von Angriffskriegen, Gestaltung einer neuen Sicherheitsarchitektur zur Verhinderung zukünftiger Angriffskriege und zur Vermeidung existenzieller globaler Gefährdungen) besteht offensichtlich ein immenser internationaler Handlungsbedarf. Der Weckruf des Aggressionskrieges von Russland gegen die Ukraine zeigt, dass neben der Klimakrise auch die Gefahren durch nichtprovozierte Angriffskriege neu zu bewerten sind, da die Existenz des Planeten Erde auf dem Spiel steht. Die Finanzierung von Angriffskriegen und Militäroperationen durch informelle Netzwerke und durch illegale Rohstofftransaktionen aus Entwicklungsregionen wie Afrika zeigt auch, dass die Stabilität des internationalen Finanzsystems neu austariert werden muss. Entwicklungsfeindliche „Geschäftsmodelle“, wie von der Gruppe Wagner in Afrika im Auftrag des Kremls praktiziert, wirken deutlich gegen alle 17 Nachhaltigkeitsziele, die 2015 vereinbart wurden.

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30.04.2022
Sudan Studies – Impacts of COVID 19 on Households and Firms in Sudan

Professor Samia Nour from the Economics Faculty of the Khartoum University in Sudan has done important research on the economic impacts of COVID-19 in her country. Her report “The Impact of COVID-19 on Households and Firms in the MENA Region: the case of Sudan” is part of an ERF (Economic Research Forum) Research Project: “The Impact of COVID-19 on Households and Firms in the MENA Region”, and it allows comparative analyses for MENA Region countries. Professor Nour supports the Sudan Studies at Bremen and is Book Reviews and Book Notes Editor of the African Development Perspectives Yearbook. Professor Nour will provide for a short Policy Brief version of the study for the SERG Discussion Papers at IWIM.

Professor Samia Nour writes about the content of her study (see the full study for download: Sudan Final Revised Draft – The Impact of COVID-19): “This paper discusses the impacts of COVID-19 on households and firms in Sudan as a case study of the MENA countries. The research applies descriptive and comparative approaches and uses new primary data obtained from the ERF (Economic Research Forum) COVID-19 MENA Monitor Household Survey (2021) and from the World Bank and Sudan Central Bureau of Statistics High Frequency Survey on COVID-19 (2020). Our results with data from the World Bank Survey on COVID-19 (2020) show the impact of COVID-19 on the employment status that appears from the loss of jobs for the majority and nearly two thirds of households during June – July 2020. We explain that the main reason for the households‘ loss of jobs, additional unemployment, and even the change of jobs was because of business / government closures due to coronavirus legal restrictions. The impact of COVID-19 also appears from the loss of payments for nearly a fifth of households, the loss of partial payment for nearly half of households, and the loss and the reduction of households‘ means of livelihood or sources of income since mid-March 2020 from non-farm family business, income from properties, investments or savings, and income from family farming, livestock or fishing. The impact of COVID-19 on micro, small and medium size enterprises appears to result from temporary or permanent closures of establishments, from substantial decreases in sales, or from stagnation in sales.

Our results from the ERF COVID-19 MENA Monitor Survey data (2021) show the impacts of COVID-19 on the labour market and on the working conditions that appear to result from the increase in temporary or permanent layoffs/suspension of workers, reduced working hours, reduced wage payments, and delays in wage payment for workers in Sudan between April 2021 and August 2021. These results are consistent with the results of other MENA countries. Between April 2021 and August 2021 the delay in wage payments has more than doubled; the temporary layoffs/suspension of workers have increased from nearly a tenth in April 2021 to nearly a fifth in August 2021. In August 2021, the employment status of workers in business indicates temporary layoffs/suspension of workers for nearly a fifth of the workers, while permanent layoffs/suspension of workers had reached nearly a tenth of the workers, and the delays and changes in wage payments had accounted for nearly a quarter of the workers.

Attainment of social insurance decreased from nearly a third of all households in April 2021 compared to nearly a quarter of all households in August 2021. Our results concerning the temporary or permanent closures of business due to factors related to COVID-19, the reduction in business working hours, the challenges facing businesses due to loss in demand, and the declining access to customers due to mobility restrictions in Sudan are consistent with the results across other MENA countries. From policy perspectives our findings indicate that the most common types of support in Sudan were business loans, salary subsidies, and reduced/delayed payment of taxes; these results are also consistent with the results in other MENA countries. Our findings regarding the limited provision of social protection (social insurance) and regarding the importance of supporting social protection for workers in Sudan are consistent with the findings in the other MENA countries. The major policy recommendation is for increasing government support to manage COVID-19 economic and social impacts on workers in Sudan.”

The reports on the impacts of COVID-19 and the following other reports on education, digital transformation, and technological capabilities written by Professor Samia Nour were relevant for policymakers in Sudan and in other MENA Region countries:

1. The United Nations Educational, Scientific And Cultural Organization (UNESCO), UNESCO Regional Bureau for Sciences in the Arab States, Consultancy Research Report “Issues of inclusion and capabilities for establishing the knowledge societies and the potential role of open science in the Arab States”, UNESCO Cairo, Egypt, (July – November 2021) (in Arabic).

2. The Islamic World Educational, Scientific and Cultural Organization (ICESCO), Consultancy Research Report “Innovation and Technological Aspects in the Islamic World”, Chapter 3 in: ICESCO, “The Possible Futures of the Islamic World in the fields of Education, Sciences, Culture and Technologies”, ICESCO, Rabat, Morocco (April – November 2021).

3. Economic Research Forum (ERF) for Arab countries and Turkey, Research Project in collaboration with South-South Global Thinkers – A Global Coalition of Think Tank Networks for South-South Cooperation (SSC), Dubai International Financial Centre (DIFC), “South-South Cooperation - Technology and Digital Transformation in the Arab Countries”, The Economic Research Forum (ERF) for the Arab countries and Turkey (ERF), Cairo, Egypt (July 2021- January 2022).

4. Economic Research Forum (ERF) for Arab countries and Turkey and the Agence Française de Développement (AFD) Programme Joint Research Project, “The Impact of COVID-19 on Households and Firms in the MENA Region: the case of Sudan”, The Economic Research Forum (ERF) for the Arab countries and Turkey (March 2021– January 2022).

5. Economic Research Forum (ERF) for Arab countries and Turkey and International Labour Organization (ILO), “Second Report on Jobs and Growth in North Africa: the Impact of COVID-19 in North Africa: Sudan Country Chapter (2022)”, Advancing the Decent Work Agenda in North Africa (ADWA) (August 2021 – February 2022), as the part of the ERF-ILO ADWA Project (2020-2023). (Co-authors: Caroline Krafft, Samia Mohamed Nour, and Ebaidalla Mahjoub).

6. Economic Research Forum (ERF) for Arab countries and Turkey and International Labour Organization (ILO), “First Report on Jobs and Growth in North Africa: Sudan Country Chapter (2020)”, Advancing the Decent Work Agenda in North Africa (ADWA) (April 2020 – August 2021), as part of the ERF-ILO ADWA Project (2020-2023). (Co-authors: Ebaidalla Mahjoub and Samia Mohamed Nour).


Links to important partners of these projects:
ERF/Economic Research Forum for Arab countries and Turkey: https://erf.org.eg/
ADWA/Advancing the Decent Work Agenda in North Africa: https://www.ilo.org/africa/technical-cooperation/WCMS_673349/lang--en/index.htm
ICESCO/Islamic World Educational, Scientific and Cultural Organization: https://www.icesco.org/en/
AFD/Agence Française de Développement: https://www.afd.fr/fr
SERG Discussion Papers at IWIM: http://www.iwim.uni-bremen.de/sudan_economy_research_group/

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30.04.2022
Sudan Studies: New Publications on Sudan and South Sudan by Professor Karl Wohlmuth

1 Overview Essays on Sudan and South Sudan/Überblicksaufsätze zum Sudan und zum Südsudan

Professor Karl Wohlmuth has published two essays on Sudan Studies, an overview essay on Sudan and another one on South Sudan. These essays were published in a Handbook Near and Middle East States (see the bibliographic information below). The purpose of the Handbook is it to give a country-wide information on the geography, the history, the culture, the politics, and the economy. Only by such an interdisciplinary approach is it possible to understand current developments and conflict patterns, constellations of ethnic and interest groups, and economic and social perspectives. The editors of the Handbook write in their Foreword about the region: “The present handbook reflects a cultural-geographic understanding of the region that covers North Africa to the southern edge of the Sahara, from Mauritania in the west to Sudan in the east, and also in Asia the entire area from the Arab Peninsula in the south and from Asia Minor in the north over the Iranian highlands to Pakistan.” (Foreword, page 1). Both essays also show the rich history and culture of the Sudan beside of economic and political trends; the Sudan is a country which separated into two independent states (Sudan and South Sudan) in January 9, 2011. As both countries are rich in natural resources, there is a base for a dynamic economic development in both states, if conflicts within the two countries and between the two countries can be solved and avoided.

Inside: New Publications on Sudan and South Sudan

Bibliographic Information.

Bibliographic Information:
Wohlmuth, Karl, 2022, Sudan, pages 323 – 350, in: Handbook Near and Middle East States, Topics: Geography – History – Culture – Politics - Economy, edited by Markus Porsche-Ludwig and Ying-Yu Chen, LIT Asien: Forschung und Wissenschaft/LIT Studies on Asia, Band/Volume 9, ISBN: 978-3-643-91136-0 (pb); ISBN 978-3-643-96136-5 (PDF), LIT Verlag Wien/Zürich 2022; Info: https://www.lit-verlag.de/isbn/978-3-643-91136-0

Wohlmuth, Karl, 2022, South Sudan, pages 299 – 321, in: Handbook Near and Middle East States, Topics: Geography – History – Culture – Politics - Economy, edited by Markus Porsche-Ludwig and Ying-Yu Chen, LIT Asien: Forschung und Wissenschaft/LIT Studies on Asia, Band/Volume 9, ISBN: 978-3-643-91136-0 (pb); ISBN 978-3-643-96136-5 (PDF), LIT Verlag Wien/Zürich 2022; Info: https://www.lit-verlag.de/isbn/978-3-643-91136-0

2 Das Ende der “Sudanesischen Revolution“: Nach dem Putsch/ The End of the “Sudanese Revolution”: After the Putsch

Professor Karl Wohlmuth hat in einem Vortrag an der Universität Mainz im Januar 2020 und in einer begleitenden Studie die Bürgerbewegung im Sudan analysiert, die im April des Jahres 2019 die 30-jährige Herrschaft von Präsident Al-Bashir beendet hat. Tiefe Skepsis zu den Erfolgsaussichten der „Sudanesischen Revolution“ war der Tenor des Vortrags (vgl. die PDF Wohlmuth-Bürgerbewegung), da es dem gestürzten Präsidenten und seiner Familie, dem Militär und den Milizen in diesen drei Jahrzehnten gelungen war, einen „tiefen Staat“ zu etablieren, also die Wirtschaft, wichtige Unternehmen und viele staatliche Institutionen weitgehend zu kontrollieren und sich in großem Umfang auch Vermögenswerte (Unternehmen, Rechte, natürliche Ressourcen) anzueignen. Die Perspektive einer Zusammenarbeit von Militär/Milizen und zivilen Repräsentanten schien daher wenig aussichtsreich zu sein. Zur Ökonomie der „Sudanesischen Revolution“ wurde von der Kooperationspartnerin des IWIM an der Khartoum University im Sudan, Professor Dr. Samia Nour, eine umfassende Studie publiziert (vgl.): Diskussionsbeiträge der Sudanforschungsgruppe No. 44, Overview of the Sudan Uprising – Before, During and After the Revolution. By: Samia Satti Osman Mohamed Nour, Full Professor of Economics, University of Khartoum, Sudan, June 2020; Link: http://www.iwim.uni-bremen.de/files/dateien/1833_wohlmuth___layout___serg_44___7__2020_samia_b.pdf.

Am 25. Oktober 2021 kam es zu dem von vielen Experten erwarteten Putsch des Militärs gegen die Regierung des Ministerpräsidenten Abdalla Hamdok, die am 21. August 2019 vom Transition Council eingesetzt worden war. Ministerpräsident Abdalla Hamdok wurde wieder eingesetzt, trat nach wenigen Wochen aber zurück, da die Militärmachthaber ihre Zusagen nicht einhielten. In einem Statement nach dem Putsch im Sudan, das der Presse zugänglich gemacht wurde, hat Professor Karl Wohlmuth die Folgen des Putsches für die Wirtschaft, für die Demokratiebewegung, und für die Konflikte im Land und die weitere Region eingeschätzt (vgl. die PDF Wohlmuth-Sudan-10-2021). Vgl. zu der Presse-Berichterstattung zum Statement von Professor Karl Wohlmuth auch den folgenden Beitrag aus russischer Sicht zum Geschehen im Sudan: https://lenta.ru/news/2021/10/26/ukreplenie/.

In zahlreichen Stellungnahmen wurde der Putsch analysiert, und insbesondere wurde auf die Folgewirkungen für den Sudan und für die angrenzenden Länder eingegangen:

Presseinformationen zum Putsch am 25. 10. 2021:

Frankfurter Allgemeine, 25. 10. 2021: „General erklärt Regierung für aufgelöst“, Link: https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/putschversuch-in-sudan-general-erklaert-regierung-fuer-aufgeloest-17601201.html
Tagesspiegel, 25. 10. 2021: „Hafen in Port Sudan blockiert - Putsch mit Ansage“, Link: https://www.tagesspiegel.de/politik/hafen-in-port-sudan-blockiert-putsch-mit-ansage/27736696.html
Tagesschau, 25. 10. 2021: „Erneuter Putsch-Sudanesischer Premier festgesetzt“, Link: https://www.tagesschau.de/ausland/afrika/sudan-putschversuch-107.html

Analytische Beiträge zur “Sudanesischen Revolution” und zum Putsch:
Gunnar M. Sørbø, December 2020, “Sudan’s Transition: Living in Bad Surroundings”, Sudan Working Paper, Number 4, University of Bergen, CMI/Chr. Michelsen Institute, Link: https://www.cmi.no/publications/7395-sudans-transition-living-in-bad-surroundings
Atta El-Battahani, October 2021, “The role of local resistance committees in Sudan’s transitional period”, CMI/Chr. Michelsen Institute, 2021, Link: https://www.cmi.no/publications/7920-the-role-of-local-resistance-committees-in-sudans-transitional-period
African Arguments, Alex De Waal, October 28, 2021, “General al-Burhan: Illegitimate, Unpatriotic, Untrustworthy, and Not a Leader”, Link: https://africanarguments.org/2021/10/general-al-burhan-illegitimate-unpatriotic-untrustworthy-and-not-a-leader/
African Arguments, Various Co-Signatories, October 27, 2021, “We stand with Sudan’s people and demand more AU, IGAD, UN action”, Link: https://africanarguments.org/2021/10/we-stand-with-sudan-people-and-demand-more-au-igad-un-action/
African Arguments, November 25, 2021, “This Is Not a Coup”: Sudan’s Potemkin Agreement, Link: https://africanarguments.org/2021/11/this-is-not-a-coup-sudans-potemkin-agreement/
Gerrit Kurtz/Philipp Jahn, April 14, 2021, “Sudan: What Comes After The Revolution?”, DGAP/Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik - External Publications, Link: https://gerritkurtz.net/2021/04/10/what-comes-after-the-revolution/
Abrar Mohamed Ali, Opinion, IDS/Institute of Development Studies, 25 February 2022, “Closing online civic space: protest amid internet shutdowns in Sudan”, Link: https://www.ids.ac.uk/opinions/closing-online-civic-space-protest-amid-internet-shutdowns-in-sudan/

On the role of women in the “Sudanese Revolution”: Case studies for the states of Central Darfur, Blue Nile, Kassala, and River Nile/ Über die Rolle der Frauen in der “Sudanesischen Revolution”: Fallstudien zu den Bundesstaaten Central Darfur, Blue Nile, Kassala und River Nile

Azza Ahmed Abdel Aziz and Aroob Alfaki, 2021, “Shifting Terrains of Political Participation in Sudan”, IDEA/Institute for Democracy And Electoral Assistance, Link: https://www.idea.int/sites/default/files/publications/shifting-terrains-of-political-participation-in-sudan.pdf. Bereits jetzt haben sich Status und Rolle der Frauen im Sudan massiv verändert, wenn auch unterschiedlich in verschiedenen States des Sudan. Die politische Partizipation der Frauen ist in einem Transformationsprozess begriffen.

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26.08.2021
Elke Grawert und die Afrikaforschung am IWIM – Ein Nachruf



Elke Grawert, Bremen, 13. November 1958 - 5. März 2021

Frau PD Dr. Elke Grawert ist am Freitag, 5. März 2021 nach schwerer Krankheit gestorben. Der Verlust ist überaus groß – für ihre Söhne, ihre FreundInnen, ihre Kollegen. Das IWIM verdankt ihr viele wichtige Initiativen und Forschungsarbeiten, die zur Reputation dieses universitären Instituts wesentlich beigetragen haben. Sie hat sich in weiten Bereichen der Afrika-, Friedens- und Konfliktforschung betätigt, als Forscherin, als Lehrende, als Beraterin, als Netzwerkerin und als einfühlsame Gesprächspartnerin. Sie hat im klassischen Sinne Feldforschung betrieben und inmitten der Bevölkerung im Sudan, in Tansania und in anderen Ländern des Südens gelebt und gearbeitet. Sie hat die lokale Bevölkerung in ihren Haushalten besucht, bei deren täglicher Arbeit begleitet und beobachtet, Frauen und Männer in entlegenen Dörfern interviewt, und intensive Erhebungen zur Lebensweise und Arbeit von Frauen, deren Männer aus Erwerbsgründen migrierten,  durchgeführt. In vielen Publikationen von Elke Grawert finden sich diese empirischen Erhebungen in methodisch mustergültiger Weise verarbeitet. Zu ihrer letzten beruflichen Station am BICC (Bonn International Center for Conversion)  liegt ein Nachruf vom Direktor des BICC vor. In der Zeit am BICC seit 2010 hat sie sich mit wichtigen Themen der Konflikt- und Friedensforschung befasst. Zu erwähnen sind beispielsweise Arbeiten zur Friedenssicherung in Afghanistan durch konfliktsensitive Beschäftigungsinitiativen und Forschungen zur Verknüpfung von geschäftlichen Interessen des Militärs und der Unternehmen in arabischen Ländern. In ihrer Zeit am BICC hat sie im Juli 2012 an der Universität Bonn die 9th International Sudan Studies Conference ausgerichtet und mehrere hundert Sudanforscherinnen und -forscher aus aller Welt zum wissenschaftlichen Austausch versammelt. Die Tagung wurde ein großer wissenschaftlicher Erfolg.

Vor ihrer Zeit als Senior Research Fellow am BICC war sie in mehreren Funktionen an der Universität Bremen tätig. Sie kooperierte mit dem Forschungsteam von Prof. Dr. Karl Wohlmuth in mehreren Publikations- und Forschungsprojekten zum Sudan und zu anderen afrikanischen Ländern und mit Prof. Dr. Michaela von Freyhold im Rahmen von neu eingerichteten internationalen entwicklungspolitischen Studiengängen. Hier wird über ihre ersten wissenschaftlichen Arbeiten an der  Universität Bremen und über ihre Zeit am IWIM (Institut für Weltwirtschaft und Internationales Management)  berichtet. Sie gehörte zu den Gründern des African Development Perspectives Yearbook, dem englischsprachigen Afrika-Jahrbuch, das an der Universität Bremen seit1989 herausgegeben wird. Bereits am Band 2 (1990/91) war sie beteiligt - mit einer Unit (einem Themenkomplex mit mehreren Aufsätzen) mit dem Titel „Women’s Participation in the Industrialization Process - Problems and Perspectives“. Am Band 3 (1992/93) war sie mit der Unit “Household Energy Systems” beteiligt, und am Band 7 (1999) mit der Unit „Self-Help, Self-Organization, and Empowerment of Disadvantaged Rural and Urban Population Groups“. Am Band 8 (2000/2001) bearbeitete sie die Unit „African Women in the Globalising Economy“. Die Themen, die sie als Mitarbeiterin bzw. als Mitherausgeberin des Afrika-Jahrbuchs besetzte, hatten mit Partizipation von gesellschaftlichen Gruppen, mit der Stärkung der Position und der Lebens- und Arbeitsbedingungen von Frauen, mit der Rolle von Frauen als Unternehmerinnen, und mit der Förderung der Zivilgesellschaft durch lokale Initiativen zu tun. Sie war ein sehr geschätztes Redaktionsmitglied der Herausgebergruppe des Afrika-Jahrbuchs. Mit ihrem schnell anwachsenden wissenschaftlichen Netzwerk war sie sehr hilfreich bei der Themenfindung und -formulierung.

Frau Elke Grawert wurde aufgrund ihrer Sudanforschungsinteressen nach Bremen eingeladen. In der Sudanforschungsgruppe Bremen hat sie viele Jahre aktiv mitgearbeitet, zahlreiche Forschungsvorhaben angestoßen und viele Publikationen erarbeitet. Sie hat auch ihre Dissertation in Bremen angefertigt. Ihre Bücher und Sammelbände konnte sie immer in erstklassigen Verlagen unterbringen. Die Dissertation mit dem Titel “Making A Living In Rural Sudan. Production of Women, Labour Migration of Men, and Policies for Peasants’ Needs”  ist 1998 bei Macmillan Press Ltd erschienen. Sie entwickelte einen Ansatz, in dem sie vier Ebenen integrierte: eine Analyse der ländlichen Entwicklung und der Lebensbedingungen der bäuerlichen Bevölkerung, eine Analyse der Ernährungssicherung, eine Analyse der spezifischen Situation von Frauen in ländlichen Gegenden, und eine Analyse der Migrationsprozesse. Durch moderne Feldforschungsmethoden konnte sie wichtige Ergebnisse erzielen; sie nahm sich immer ausreichend Zeit für ihre Feldforschungsaufenthalte. Für ihre Dissertation etwa war sie von Februar bis September 1988 in Kutum, Nord-Darfur, Sudan, um durch Beobachtung und Interviews Daten für ihre Arbeit zu erheben. Sie lebte dort unter vergleichbaren Bedingungen wie die lokale Bevölkerung, wie die Personen in jenen Haushalten, die sie analysierte. Durch die Beobachtung der Lebens- und Arbeitsbedingungen erarbeitete sie sich ein Verständnis der Struktur der Haushalte und der Arbeitswelt in Kutum, Nord-Darfur; durch Interviews mit Frauen konnte sie deren tägliche Aktivitäten kennenlernen und sich ein Bild von der Gesellschaft und Wirtschaft in Kutum erarbeiten. Ihr Interesse galt vor allem der neuen lokalen Arbeitsteilung und der Arbeitslast der Frauen nach der Erwerbsmigration der Männer. Die präzise Analyse in ihrer Dissertation hat wohl zahlreiche Sudanforscher/Innen angeregt, ihre theoretischen Fragestellungen weiter zu vertiefen.

Aber auch an vielen anderen sudanspezifischen Forschungsarbeiten war Elke Grawert beteiligt. Sie hat etwa ein Forschungsprojekt zur Wanderarbeit im Sahel durchgeführt und 1994 einen wichtigen Band über die Ergebnisse einer  Konferenz zu dem Thema veröffentlicht. Der Band über „Wandern oder bleiben? Veränderungen der Lebenssituation von Frauen im Sahel durch die Arbeitsmigration der Männer“ war der Versuch, den Analyserahmen von ihrem Dissertationsthema auch für andere Sahelländer zu nutzen. Die Publikation umfasst Fallstudien in acht verschiedenen Orten von vier Sahelländern mit Ergebnissen dazu, wie sich die Arbeits- und Lebensbedingungen von Frauen durch die Migration der Männer verändern. Die Studien zu Orten im Sudan, in Mali, in Burkina Faso und im Senegal zeigen wichtige Muster und Reaktionsweisen auf, was Frauen erleben und wie Frauen in solchen Situationen reagieren. Die Konferenz und die Publikation zeigen auch die Arbeitsweise von Frau Grawert – Frauen berichten über ihre Feldforschungen bei Frauen in afrikanischen Ländern. Unterbelichtete Bereiche der Migrationsforschung wurden sehr konsequent analysiert; das Material wurde handlungsorientiert aufbereitet. Es ging Frau Grawert immer um Wege, wie Frauen ihre Lage vor Ort verbessern können - die Auswirkungen der Arbeitsmigration auf die Ernährungssicherung, auf die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung, auf die natürliche Umwelt, und ganz allgemein auf die Handlungsspielräume, die ein Bleiben im Sahel ermöglichen. Auch im Inter-University Centre (IUC) Dubrovnik hat Frau Grawert mehrere Kursprogramme der Universität Bremen bzw. des IWIM unterstützt. Sie nahm gerne die Möglichkeit wahr, als Dozentin bei internationalen Konferenzen über ihre Forschungsergebnisse zu referieren.

Und nun zum Meisterwerk von Elke Grawert. Von größter Bedeutung für die Sudanforschung des IWIM war ihr Engagement für das große Forschungsprojekt „Governance and Social Action in Sudan after the Peace Agreement of January 2005: Local, National, and Regional Dimensions“, das großzügig von der VolkswagenStiftung gefördert wurde. Dieses Forschungsprojekt sollte unmittelbar nach dem Friedensabkommen vom Januar 2005 die Regierungsführung im Sudan durch wissenschaftliche Expertise, durch Ausbildungsprogramme und durch Beratung unterstützen. Die Friedensvereinbarungen zwischen der südsudanesischen Befreiungsfront SPLM und der sudanesischen Regierung in Khartum waren bedeutsam, mussten aber durch internationale solidarische Aktionen unterstützt und stabilisiert werden. Das Projekt startete unmittelbar nach dem Friedensabkommen vom 9. Januar 2005 und endete erst im September 2012 mit der  Übergabe des Endberichtes an die VolkswagenStiftung; immer wieder wurde das Projekt verlängert, auch um die Zeit nach der Unabhängigkeit des Südsudan (9. Januar 2011) noch einzubeziehen. Das Projekt war nicht nur ein Forschungsprojekt, sondern auch ein Ausbildungsprojekt, da auch Masterstudien und Doktoratsstudien im Sudan, in Kenia und in Äthiopien gefördert wurden. Die StudentInnen arbeiteten zu Themen, die mit der Umsetzung des Friedensabkommens im Zusammenhang standen. Die Nachbarländer des Sudan (Kenia und Äthiopien) wurden einbezogen, weil Millionen von sudanesischen Flüchtlingen in Lagern dieser Länder lebten und auf eine geordnete Rückführung in ihre Heimatgebiete hofften. Dieses Projekt hat wichtige Forschungen zum Sudan angeregt, insbesondere hinsichtlich der Chancen für einen Neustart der Beziehungen zwischen dem von der SPLM kontrollierten autonomen und dann unabhängigen Südsudan und der Regierung des Sudan unter Präsident Al-Bashir in Khartum. Das Netzwerk der Bremer Sudanforschung wurde durch das Projekt stark ausgeweitet. Das Projekt war aber auch ein Beratungsprojekt, da Regierungsbehörden im Sudan/Südsudan und UN-Organisationen durchaus an den Ergebnissen der Forschungsarbeit interessiert waren. Frau Grawert hat die Funktion als Projektkoordinatorin akribisch ausgefüllt; die wissenschaftliche und die organisatorische Koordination klappte vorbildlich. Die afrikanischen Wissenschaftler wurden sehr gut in die Projektarbeit integriert, und eine Vielzahl von Publikationen wurde zum Projektthema verfasst. Frau Grawert hat sich intensiv darum bemüht, afrikanischen Nachwuchswissenschaftler/Innen aus den Projektländern Publikationschancen zu bieten.

Wir werden Elke Grawert dankbar in Erinnerung behalten.

Professor Dr. Karl Wohlmuth
IWIM, Fachbereich Wirtschaftswissenschaft,
Universität Bremen

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31.01.2021
“Towards A New Vision For Inclusive Development in Sudan” – First Conference of the Sudan Research Group (SRG) in November 2019 after the Sudanese Revolution in Khartoum



The Sudan Research Group (SRG) has now released its conference report
on the first conference held in Khartoum, Sudan which took place some months after the Sudanese Revolution and the instalment of the Transitional Government. The title of the report is “Towards Sustainable Inclusive Development in Sudan“. The participants were divided into eight clusters to discuss 31 papers around the Conference’s main themes: 1- Macroeconomic Management for Inclusive Development; 2- Bringing the Productive Sectors back in Sudan; 3- Governance and Institutions; 4- Management of Natural Resources; 5- Sustainable Infra-Structure; 6- Social Policy and Public Service Delivery; 7- The Role of the Private Sector; and 8- Gender. The Report was published in 2020 and contains Recommendations on Macroeconomic Issues, Reviving the Productive Sectors, Governance and Institutions, The  Management of Natural Resources, Sustainable Infrastructure, Social Policy and Public Service Delivery, and the Private Sector. There are specific recommendations to the Transitional Government, to the Ministry of Finance and to other competent ministries, to International Donors, and to Civil Society Organizations. The full report contains information about all the clusters of the conference.

The Sudan Research Group (SRG) writes about its mandate: “The Sudan Research Group is a UK-based voluntary organization. It was formed in 2003 by a group of academics and researchers who felt a pressing need for a specialized network that brings together multidisciplinary academics, researchers, activists and policy makers in a forum devoted to in-depth discussions of the key and pressing issues that face the country. Dedicated to impact, it aims to produce and promote research and scholarship that may inform home-grown policies to address the country’s urgent economic, political, and social needs.” And the SRG reports about the conferences: “The main conferences and events organized by the Group so far include “Economic Challenges in Post-conflict Sudan” (2004), “Institutional and Governance Requirements for the Future Development of Sudan” ( 2005 ), “Education and Capacity Building” (2006), “Assessing the Peace-building in Darfur”, (2008), “General Education Crisis in Sudan” (with an Open Themes Group), (2016), Training in Communication for Sudanese NGOs” (2019), and a series of Webinars.” Then, “Towards Sustainable Inclusive Development in Sudan” (2019) was the first conference that SRG was able to convene in Sudan after the Sudanese Revolution which started in December 2018. It was convened for June 2019, but was then postponed to November 2019 (SRG 5TH Meeting Tentative Agenda).

Contact Information about SRG: Email address: Info@Sudanresearchgroup.org; Website: www.sudanresearchgroup.org

About the Report on the SRG Conference November 2019 in Khartoum, Sudan: “The Sudan Research Group (SRG) is pleased to introduce a summary of the proceedings of its Fifth Conference, with the title “Towards Sustainable Inclusive Development in Sudan”. Held only three months after the formation of the Transitional Government that followed the end of three decades of dictatorship, the conference sought to provide a neutral space for open discussions that help in shaping the agenda for change. More than 160 researchers, policy makers, private sector and civil society participants engaged in three days of constructive - and sometimes heated debate - about immediate reform programs and long -term development policies. This report provides a brief summary of the discussions on the key themes of the conference and its substantive findings. It should be noted that the messages and ideas summarized are not intended to indicate a consensus and they do not necessarily reflect the opinion of the SRG”. The report is available for download as a PDF under: Final SRG 5th Conf. 2019. Professor Karl Wohlmuth had the privilege to be invited to the conference as a speaker for the cluster Infrastructure. Professor Wohlmuth follows the studies and projects of the SRG carefully.

Dr. Gamal Al-Tayib from UNECA in Addis Ababa is one of the founders of the SRG.

Another important development about Sudan as two thinktanks are cooperating: SRG is joined by SWEA in development work

In the new Sudan independent NGOs can be founded and have space for action. SWEA (see below) is now ready to mobilise the women economists. There are links between SRG and SWEA. SERG in Bremen is cooperating with these groups.

Sudanese Women Economists Association (SWEA): Empowering the Women in the Peripheries through Capacity Building Projects

Women economists work together for a peaceful and prospering Sudan. Sawsan Musa Adam Abdul-Jalil from the Ministry of Finance in Khartoum, Sudan is a co-founder of the Sudanese Women Economists Association (SWEA). SWEA was founded in June 2020. SWEA is collaborating with the Sudan Research Group (SRG) in a capacity building project. The first (and so far the only) project was an online training on a research proposal writing for the students of Nayala, El Fahser, Gedaref and Kassala, but much more is in the pipeline. Sawsan Musa Adam Abdul-Jalil from the Ministry of Finance in Khartoum, Sudan is working now with the Aid Coordination Unit of the Ministry to restructure their strategy. We cooperate from the SERG in Bremen with SRG and SWEA to learn more about the reforms ongoing in Sudan and to support the process of change in the country. It is intended to cooperate on the new Yearbook project of the Research Group on African Development Perspectives Bremen (see the International Call for Papers Volume 23).

    

 
The Sudanese Women Economists Association (SWEA) is becoming an important partner for democratic development, inclusive growth, and economic change in Sudan.

Source: Website SWEA

 

About the Mandate of SWEA:

“The Sudanese Women Economists Association (SWEA) was founded in June 2020, on the ground of redeeming the prevalent gap of women economists participation in the policy and academic spheres in Sudan. Fuelled by the enthusiasm of its founders and members, SWEA aims at building capacities, encouraging and amplifying the contribution of women economists, and of young women pursuing degrees in economics. SWEA strives to achieve this by providing a platform to convene Sudanese women economists, offering networking opportunities and enriching the economic research space by the contributions from its members.”

The Vision of SWEA:

“SWEA’s vision is to advance Sudanese women economists’ participation in academic and public policy spheres in Sudan. Our aim is to promote solidarity between Sudanese women economists across generations, as a key step to build capacity of young women in economics and to amplify the voices of Sudanese women in economic research and practice.”

Contact:
The website of SWEA is: https://sweasd.org.

 Source: Website SWEA

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31.01.2021
New Publications on Sudan’s Regional Development: Food Security and Agricultural Development in Kassala State, Sudan

Professor Samia Nour from the University of Khartoum, Sudan has published (in cooperation with Dr. Eltayeb Mohamedain) a working paper and two policy briefs on Food Security and Agricultural Development in Kassala State, Sudan. These are publications of the CMI (Chr. Michelsen Institute). The CMI Sudan Working paper Number 1 (21 July 2020) and the two CMI Policy Briefs (21 July 2020) are of interest as the focus is on research done by regional universities and for advice to policymakers in peripheral regions in Sudan. The two policy briefs are based on the findings in the CMI Sudan working paper number 1 (21 July 2020) that analyses agricultural development and food security with the use of survey data from Kassala State. This research is conducted as part of the Agriculture and Food Security cluster in the Assisting Regional Universities in Sudan (ARUS) programme. The ARUS programme is a collaboration between CMI, the University of Khartoum, Ahfad University for Women, the University of Bergen, and several regional universities in Sudan. The programme is funded by the Norwegian Embassy in Khartoum. The importance of these studies is that regional universities in Sudan are participating, and that key issues of peripheral areas like food security and agricultural development are more deeply researched.

Professor Samia Nour is now also Book Reviews/Book Notes Editor of the African Development Perspectives Yearbook. She has advised the editors of volumes 20 (2018) and 21 (2019) and is Unit editor and Volume Editor for volume 22 (2020/21). She is also collaborating with various international research organisations. She has recently published in the SERG discussion papers of IWIM on Sudan’s revolution (see Number 44 of the SERG discussion papers with the title: “Overview of the Sudan Uprising”: http://www.iwim.uni-bremen.de/sudan_economy_research_group/).

Access to these three CMI publications (see links below) which are co-authored by Professor Samia Nour:

CMI Sudan Working Paper Number 1: “Food Security and Agricultural Development in Sudan: The case of Kassala State”, CMI Sudan Working Paper Number 1, CMI (Chr. Michelsen Institute), Bergen, Norway, 21 July 2020, pp. 1-113. Link: Food Security and Agricultural Development in Sudan: The case of Kassala State

See the Abstract (shortened) below.

Sudan CMI Policy Brief Number 3: “Food Insecurity in Sudan as seen from Kassala State ”, Sudan CMI Policy Brief Number 3, CMI (Chr. Michelsen Institute), Bergen, Norway, 21 July 2020, pp. 1-4. Link: Food Insecurity in Sudan as seen from Kassala State

“This policy brief discusses the incidence of food insecurity, explores families’ survival strategies, and recommends measures that may combat food insecurity.”

Sudan CMI Policy Brief 4: “Agricultural development and food Security in Sudan as seen from Kassala State”, Sudan CMI Policy Brief Number 4, CMI (Chr. Michelsen Institute), Bergen, Norway, 21 July 2020, pp. 1-4. Link: Agricultural development and food Security in Sudan as seen from Kassala State

“This policy brief uses data from Kassala State to assess the close link between agricultural development and food security, and investigates factors and policies that can strengthen agricultural development, thereby increasing food security in Sudan.”

Abstract (shortened) of Sudan Working Paper 1, 21 July 2020

Food Security and Agricultural Development in Sudan: The case of Kassala State,

by Prof. Dr. Samia Mohamed Nour and Dr. Eltayeb Mohamedain, Bergen: Chr. Michelsen Institute (Sudan Working Paper 2020:1)

This research discusses the relationship between agricultural development and food security, the determinants of the supply of food and of the demand for food, and the determinants of food insecurity in Kassala State. In so doing, it provides a significant contribution to the current literature. Used are new primary data from a Food Security Household Survey which was conducted in Kassala State (2019). It was found that the majority of households are food insecure (77%), out of which 32.9% of the households are severely food insecure, while fewer households are fully food secure (23%). There is a large variation in households' food insecurity between localities, with rural Kassala having most of the food insecure households. This may be explained by the variation in monthly income between localities.

Three hypotheses are examined. A first hypothesis is verified that the most significant determinants of production of food are the size of agricultural land, the available livestock, and the irrigation systems. There is support for the second hypothesis that the family's own production of food and the household income have positive effects on food consumption. It is found that the significant determinants of the production of sorghum (the main staple food) are the size of agricultural land and the available livestock, and that the significant determinants of consumption of sorghum are the family's own production of sorghum, the household income, and the family size. For small farmers, their own consumption of sorghum is to a larger extent determined by their own production of sorghum. Therefore, enhancing production of sorghum among smallholders would contribute to enhancing consumption of sorghum and hence supporting food security. The third hypothesis is verified that better working conditions of the farmers are crucial for family own production of food and are then supporting food security; the probabilities of households being food secure increase with better working conditions for higher family own production .

Investigating the gender gap related to food production and food security has led to the results that male-headed households produce more food and are more food secure than female-headed households. Some reasons for this observation are analyzed. Also, it was found out that agricultural production is impeded by the lack of agricultural land, the cultivation of only few crops, an insufficient irrigation system, and shortages of agricultural services, which are mainly related to the provision of agricultural technology. Therefore, the major policy implication is that measures aimed at increasing household incomes and enhancing family own production of food are important for eliminating food insecurity. Recommended are therefore policies that may increase household incomes and may enhance smallholders' own production of food. Relevant policy instruments may be increases of agricultural land ownership, increases of the size of cultivated land for smallholders, more diversification of agricultural food crops, an improvement of irrigation systems, measures for enhancing female participation in agricultural activities and food security, steps towards improvement of agricultural services, mainly related to the adoption of technology, improving access to clean drinking water and proper sanitation systems, and, in general terms, improved infrastructure which may help in access to food, to inputs, and to production requirements.

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25.05.2020
Die „Sudanesische Revolution“, die Demokratisierung und die Perspektiven der Bürgerbewegung - Vortrag von Professor Karl Wohlmuth an der Universität Mainz

Im Rahmen einer Ringvorlesung „Afrika - Der zurückgelassene Kontinent“ referierte Professor Karl Wohlmuth über die Chancen der Demokratiebewegung im Sudan und über die Perspektiven der Bürgerbewegung (vgl. die PDF mit der Präsentation von Professor Karl Wohlmuth zur Bürgerbewegung und zur Demokratisierung im Sudan). Professor Wohlmuth ging zunächst auf die aktuelle Lage im Sudan nach dem Sturz des Bashir-Regimes ein und skizzierte dann die Entwicklung und die Struktur der Bürgerbewegung, die den Regimewechsel maßgeblich herbeiführte. Um aber auch einen nachhaltigen Systemwechsel zu ermöglichen, ist es nach Meinung des Bremer Professors notwendig, die Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Bürgerbewegung zügig zu schaffen. Dies setzt voraus, dass die Machtpfeiler des Systems (Militär und Sicherheitsapparat; Parteien und parteiabhängige Organisationen; Regierungen und Bürokratien auf zentraler und lokaler Ebene; islamische Bruderschaften und abhängige islamische Gruppierungen; große Unternehmen und Kapitalgruppen; professionelle Vereinigungen, Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände) auf Grund ihrer ökonomischen Vernetzung als „Elemente eines tiefen Staates“ begriffen werden.

Um den „tiefen Staat“, der innerhalb von 30 Jahren (1989 - 2019) im Sudan geschaffen wurde, durch Bürgerbewegungen und demokratische Prozesse zu kontrollieren, müssen die sozialen, organisatorischen und ökonomischen Verflechtungen zwischen diesen Machtpfeilern erkannt und beeinflusst werden. Die vorliegenden Untersuchungen zum „tiefen Staat“ im Sudan kommen von zivilgesellschaftlichen sudanesischen Nichtregierungsorganisationen und von internationalen Organisationen. Die Studien zeigen, dass es nur teilweise gelungen ist, diese Verflechtungen im vergangenen Jahr seit dem Sturz des Bashir-Regimes aufzubrechen. Im Vortrag wurden die Verflechtungen im „tiefen Staat“ an Beispielen dargestellt und die Perspektiven einer „Demokratisierung von unten“ wurden erläutert. Strategische Sektoren, wie die Telekommunikation, die Goldgewinnung und andere Bergbauaktivitäten, die Pharma- und Chemieindustrie, die Bauwirtschaft, und die Rüstungsindustrie, werden nach wie vor von Militärs, Milizen, Geheimdienstoffizieren, Politikern der National Congress Party, und von der Familie von al-Bashir kontrolliert. Kapitalgruppen, die im Rahmen der  Privatisierungspolitik des Bashir-Regimes entstanden sind, geben den Mantel für diese Verflechtungen.

Gezeigt wurde im Vortrag auch, dass die Reformen im Sudan nach wie vor durch internationale Sanktionen, durch mangelnde finanzielle und logistische Unterstützung von Seiten westlicher Länder, und durch regionale Krisenfaktoren behindert werden. Interne Faktoren dominieren aber unter all den Hemmnissen für einen Systemwechsel. Ansatzpunkte für Reformen ergeben sich auf  vielen Ebenen, doch zeigen die Erfahrungen seit der Unabhängigkeit im Jahre 1956, dass die Demokratiebewegungen im Sudan schwach blieben und demokratisch gewählte Regierungen immer nur von kurzer Dauer waren. Professor Karl Wohlmuth arbeitet derzeit an einer Studie, die externe und interne Krisenfaktoren in ihrem Zusammenwirken bei der Blockierung von Reformen seit der Unabhängigkeit des Sudan analysiert. Grundlage sind die Studien, die seit 1978 in Bremen über den Sudan angefertigt wurden. Besondere Aufmerksamkeit wird dem „tiefen Staat“ im Sudan in der Periode seit 1989 gewidmet werden.


Quelle: Salzburger Nachrichten, 9. April 2020 (Vor allem die Frauen trugen die Revolution im Sudan).
Bild: SN/APA/AFP/AHMED MUSTAFA

Professor Karl Wohlmuth hat in mehreren Arbeiten die Wirtschaftsdoktrinen des  Bashir-Regimes untersucht und aufgezeigt, dass praktisch alle Maßnahmen der Bashir-Regierung seit 1989 dem Ziel untergeordnet wurden, die Ressourcen des Landes (Öl, Gold, Wasser, Land) und die öffentlichen, privatisierten und privaten Unternehmen der National Congress Party (NCP) nutzbar zu machen. Diesem Ziel wurden die Privatisierungspolitik, die Handels- und Technologiepolitik, die Industrie- und Wettbewerbspolitik, aber auch die Infrastruktur- und Landwirtschaftspolitik untergeordnet. Auch der vom Regime initiierte gelenkte Föderalismus wurde in den Dienst dieser Politik gestellt. Die Verflechtungen von Militär, Milizen, Sicherheitsapparat und Wirtschaft wurden auf allen Ebenen vertieft, bis hin zur Stärkung der Military Industry Corporation (MIC); die Instrumentalisierung von Konflikten im Sudan und mit Nachbarländern wurde wichtiger Teil dieser Politik. In der Diskussion nach dem Vortrag wurde immer wieder die Frage artikuliert, ob denn im Sudan Potentiale für erfolgreiche Bürger- und Demokratiebewegungen gesehen werden können (vgl. zur Thematik des Vortrages die Studien, die im Rahmen der Sudanforschungsgruppe/Sudan Economy Research Group/SERG angefertigt wurden; die Nummer 38 der SERG Discussion Papers gibt einen Überblick über diese Veröffentlichungen in: „Sudan Studies 1979 - 2011 in Bremen“, January 2011; Zugang mit dem Download: http://www.iwim.uni-bremen.de/sudan_economy_research_group/).

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15.08.2017
Sudanese Cooperation Partners present New Research Publications

Two Policy Briefs on the State of the Sudanese Economy


Mohammed Elhaj Mustafa Ali presented two Policy Briefs on the current economic situation of Sudan. Mohammed Elhaj Mustafa Ali is a Lecturer of Economics at the University of Kassala. He is author of an essay for Volume 20 of the African Development Perspectives Yearbook, dealing with knowledge spillovers from multinational corporations’ affiliates in Sudan. He has obtained his Ph.D. in Economics from the University of Gezira, Sudan. The two Policy Briefs were accepted by the Sudan Economy Research Group (SERG) as inputs to the current policy debate about new economic policies for Sudan.

Policy Brief One, April 2017: Battling Youth Unemployment: Measures to Secure Jobs for Sudanese Urban Youth

See the short Summary below:

In a nutshell

  • According to the available figures, a large proportion of labour force in Sudan is youth with a substantial part residing in urban centres. This reality makes urban youth more vulnerable to unemployment and severely harmed by its negative consequences. However, although urban youth from both genders are greatly exposed to unemployment, reports demonstrate that the exposure of females to this risk is quite higher compared to males.
  • These facts raise two important policy questions about: (1) What policymakers should do to provide Sudanese urban youth with more job opportunities? And, (2) What are the workable policy options which need to be implemented to give females a fairer share in job opportunities?    
  • Various policy actions can be proposed to decrease the number of the unemployed among urban youth, especially the females. These actions include initiating programmes on technical and vocational education, conducting vocational training schemes, and adopting affirmative policy actions in the form of employment quota systems.

The full paper is available as a PDF (see: Ali-Policy Brief-Youth Unemployment)

 

Policy Brief Two, May 2017: Foreign Direct Investment in Sudan: The Measures to Increase Inflows and Getting Full Benefits

See the short Summary below:

In a nutshell

  • Sudan is one of the developing countries that is endowed with abundant resources. However, these resources, i.e. arable land, water, cheap labour, and favourable climatic conditions, cannot work in isolation from other essential factors of production, on the top of them being an adequate amount of capital. This is because the country's domestic savings are far less than necessary to cover the capital needed to put the economy on the track of sustainable economic growth and development.
  • The heavy reliance on low-productivity agriculture, the failure to channel domestic savings into domestic financial institutions, in addition to the customs that encourage luxurious consumption among the middle class, have greatly contributed to the widening of the gap between capital needed to initiate a real development process and the savings which are mobilized from domestic sources.
  • Therefore, in the light of the unfeasibility of other external sources of capital, such as borrowing, aid and portfolio investments, the only accessible channel to fill capital's gap in Sudan can be achieved by hosting larger amounts of FDI (Foreign Direct Investment). However, the question arises to what extent Sudan can attract this FDI? In other words, what are the key factors in determining the ability of the country to be a favourable destination for FDI?
  • The flow of foreign capital in the form of FDI is not an end itself. It is a means to provide the country's economy with an adequate volume of capital that helps in accelerating the process of economic growth, elevating exports, promoting imports, as well as facilitating the reduction of the high unemployment rates.

The full paper is available as a PDF (see: Mustafa Ali-Policy Brief-Foreign Direct Investment)

 
The Africa Capacity Report 2017 with the title “Building Capacity in Science, Technology and Innovation for Africa’s Transformation”

The Africa Capacity Report 2017 with the title “Building Capacity in Science, Technology and Innovation for Africa’s Transformation” is the major annual publication of the African Capacity Building Foundation (ACBF). Professor Dr. Samia Satti Nour from the University of Khartoum is a leading international expert on Science, Technology and Innovation (STI) policies. She was invited by the ACBF to be a key consultant for this project. She has drafted major chapters of the Africa Capacity Report 2017 (ACR 2017). The ACR 2017 investigates in various chapters the capacity gaps in Africa and especially so in the STI systems of Africa. In the chapter one of the report the Africa Capacity Index 2016 is presented, mentioning the top performers and the low performers. An Overview section  and a Summary and Policy Recommendations chapter give a balanced view of the capacity developments and gaps in Africa and especially in the STI sectors. The ACR 2017 is rounded up by STI Annexes, African Capacity Indicators, and a Compendium of Statistics.

Download of ACR 2017 and of former reports: https://www.acbf-pact.org/what-we-do/how-we-do-it/knowledge-learning/africa-capacity-report

Professor Samia Satti Nour and the Research Group on African Development Perspectives Bremen:

Professor Samia Satti Nour works as an author, editor and project adviser for Volume 20 of the African Development Perspectives Yearbook, co-editing with Professor Karl Wohlmuth the Unit on “STI Policies in Sudan”. She is also main author of a synopsis of the findings of the ACR 2017 for the Unit One of Volume 20 of the African Development Perspectives Yearbook on “Basic Issues of STI Policies in Africa”. The Volume 20 (2018) has the main title: "Science, Technology and Innovation Policies for Inclusive Growth in Africa – Basic Issues and Country Cases Sub-Saharan Africa". The complementary Volume 21 (2019) has the title "Science, Technology and Innovation Policies for Inclusive Growth in Africa – Issues of Human Resources Development and Country Cases North Africa”.

See on the Yearbook Series: http://www.iwim.uni-bremen.de/africa/africanyearbook.htm

 

 

Sudan Report: Governance and Fiscal Federalism in Sudan, 1989 – 2015

Atta El-Hassan El-Battahani and Hassan Ali Gadkarim are the authors of a study on “Governance and Fiscal Federalism in Sudan, 1989-2015: Exploring Political and Intergovernmental Fiscal Relations in an Unstable Polity”. Both researchers have working relations with the Sudan Economy Research Group (SERG) in Bremen and the Governance Sudan Project (GSP) of IWIM which was funded by the Volkswagen Foundation.

 
The Sudan Report | March 2017 with the title “Governance and Fiscal Federalism in Sudan, 1989–2015: Exploring Political and Intergovernmental Fiscal Relations in an Unstable Polity” by Atta El-Hassan El-Battahani and Hassan Ali Gadkarim was published in March 2017 in Bergen by the Chr. Michelsen Institute (CMI Report no. SWP 2017:1).

Download: https://www.cmi.no/publications/6189-governance-and-fiscal-federalism-in-sudan

From the Chr. Michelsen Institute (CMI) about the Report:

This report analyses the implementation and impact of decentralisation in Sudan: To what extent have the efforts to implement decentralisation policies actually devolved power and fiscal resources to sub-national levels, for the benefit of the local populations? The present research confirms what other studies have concluded: that in Sudan the centre remains the ultimate arbiter when it comes to the distribution of economic and political resources between the centre and local states and regions. Economic control and fiscal transfers in Sudan remain relatively centralised. There is no systematic relationship between actual transfers to states and poverty reduction. Government expenditures for states have increased at the same time that state-generated revenues have decreased, and a fair and equitable system of fiscal equalisation and gap-filling is absent. Finally, there exists a mismatch between fiscal decentralisation and the political set-up. The prevailing features of governance in Sudan do therefore not embrace genuine political and fiscal decentralisation.

 

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14.12.2016
How The Military And Other Armed Groups Profit In The MENA Region, with a Case Study on Sudan

A new study edited by Elke Grawert and Zeinab Abul-Magd highlights the role of “Businessmen in Arms” for the MENA region (including countries such as Egypt, Pakistan, Turkey, Iran, Jordan, Sudan, Yemen, Libya, and Syria). The comparative study was published by Rowman & Littlefield (See Contents and Cover). The contribution on Sudan was done by Professor Atta El-Battahani, a long-term co-operator of  IWIM during the years of IWIM’s “Governance and Social Action in Sudan” project. The project lasted over five years and was supported by the Volkswagen Foundation; it was directed by Karl Wohlmuth and Elke Grawert. Elke Grawert is now Senior Researcher with BICC/Bonn International Center for Conversion in Bonn and Senior Lecturer at the University of Bonn (Link: https://www.bicc.de/about/staff/staffmember/member/46-grawert/ ). In this book the role of military businesses, the economic interests of retired military officers, and the web of funding of non-state armed groups in these countries are analysed.

In the chapter on Sudan, a broad historical overview of the interactions between military and businesses is presented and the political consequences of the transformation of the Sudanese Armed Forces  (SAF) are outlined. The role of the military in the various political regimes and phases of development in Sudan (up to the oil export economy since 1999 and the South Sudan separation in 2011) are presented. See the excerpts from the contribution by Professor Atta El-Battahani in the book (Link) and the related short study “The Sudan Armed Forces and Prospects of Change” which was worked out for CMI/Chr. Michelsen Institute in Bergen (Link: https://www.cmi.no/publications/file/5790-the-sudan-armed-forces-and-prospects-of-change.pdf ). The “CMI Insight” concludes that the current regime has led to ambiguous effects with regard to SAF; it expanded SAF’s role in the economy and in business, while at the same time it weakened it as a professional army. The consequence is that these features make predicting which role the military may take in political affairs of Sudan in the future very difficult.

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26.03.2016
Interdisziplinäre Fachtagung „Strukturentwicklung im Südsudan“ an der Universität Erfurt

An der Universität Erfurt fand im Januar 2016 die Fachtagung „Strukturentwicklung im Südsudan“ statt. Experten analysierten aus interdisziplinärer Sicht die akuten Probleme des Landes und Auswege aus der Krise, die durch einen eskalierenden Bürgerkrieg und eine weitere Verarmung der Bevölkerung gekennzeichnet ist. Die kriegerischen Auseinandersetzungen im Südsudan nehmen trotz beachtlicher internationaler und regionaler Vermittlungsbemühungen (von IGAD und AU) weiter zu. Auch Regionen im Südsudan, die bisher als weitgehend friedlich angesehen wurden, werden von den Auseinandersetzungen zunehmend erfasst (so im Westen und im Süden des Landes). Es ist daher sehr verdienstvoll, wenn Afrika-Initiativen an der Universität Erfurt diese Konferenz dazu nutzten, ein in der Presse fast vergessenes Thema aufzugreifen und zur Diskussion zu stellen. Bei der Tagung ging es daher auch um die Probleme, Hindernisse, Perspektiven und Möglichkeiten eines Wiederaufbaus im Südsudan. Es ist dabei insbesondere von Bedeutung, zu analysieren, welche Akteure im Südsudan an einem Wiederaufbau interessiert sind und wie ein solcher Neubeginn strategisch und operational bewältigt werden kann. Entgegen dem Wortlaut des IGAD-Friedensabkommens zwischen der Regierung des Südsudan und der südsudanesischen Rebellenbewegung hat die Regierung einseitig die Zahl der Bundesstaaten von zehn (10) auf achtundzwanzig (28) erhöht und auch schon die Ämter der Gouverneure besetzt. Diese „Divide et Impera“-Politik der Regierung führt zu neuen Verzögerungen bei der Etablierung einer tragfähigen Friedensordnung.


Die bisherige Aufteilung des Südsudan in zehn Bundesstaaten (gemäß Verfassung des Südsudan und IGAD-Abkommen)




Die neue und einseitige Aufteilung des Südsudan in achtundzwanzig Bundesstaaten (ohne Einverständnis der IGAD und ohne Zustimmung der Rebellenbewegung)


Die Fachtagung thematisierte die Strukturentwicklungen im Südsudan seit der Unabhängigkeit des Jahres 2011
(vgl. 2016 A4-Leporello). Im Rückblick zeigt sich, dass die großen Hoffnungen des südsudanesischen Volkes nicht erfüllt wurden. Die Experten bei der Tagung waren sich einig, dass vor allem die Stärkung des Sicherheitsapparates die prägende Strukturentwicklung dieser fünf Jahre war, nicht aber der ökonomische und soziale Aufbau des Landes. Zielsetzung der Veranstaltung war es nach den Intentionen der Veranstalter, eine Bilanz der ersten Jahre der Strukturentwicklungen im Südsudan zu ziehen und einen Ausblick auf Entwicklungsperspektiven zu geben. Die Möglichkeiten und Grenzen der Entwicklungszusammenarbeit mit dem Südsudan sollten dabei mit Wissenschaftlern, Experten von NGOs, politischen Vertretern und der Botschafterin des Südsudans kritisch diskutiert werden. Die Veranstaltung ist Ergebnis einer Kooperation der Hochschulgruppe SOS-Darfur mit der Universität Erfurt und der Stadt Erfurt, der evangelischen Landeskirche, dem Studierendenrat, der Stiftung Nord-Süd-Brücken sowie der Rosa-Luxemburg-Stiftung und der Heinrich-Böll-Stiftung.

Der Sudanexperte und Entwicklungsökonom Professor Karl Wohlmuth referierte über die ökonomischen Entwicklungen im Südsudan seit 2011 und zeigte auf, was getan werden müsste (im Sinne von strukturverändernden Strategien) und was aktuell angesichts der derzeitigen politischen Lage getan werden kann (wenn auch nur lokal und mit angepassten Ansätzen der Entwicklungszusammenarbeit). Vgl. dazu die Präsentation (PDF: Wohlmuth-Südsudan-Erfurt) und die Synopse (PDF: Wohlmuth-Abstract-Erfurt) zum Vortrag von Professor Wohlmuth. Der Vortrag zeigt auf, dass die großen ökonomischen Chancen und Potentiale des Südsudan seit 2011 nicht genutzt wurden, dass aber dringend Wege gefunden werden müssen, um die Grundbedürfnisse der Bevölkerung zu realisieren, etwa durch lokale Ernährungs- und Beschäftigungsprogramme. Diesbezüglich werden auch konkrete Beispiele aus der Entwicklungszusammenarbeit betrachtet; diese zeigen, dass auf lokaler Ebene durchaus Handlungsmöglichkeiten bestehen.

Vgl. die folgenden Links mit Berichten zu der Tagung (Universität Erfurt, politische Stiftungen und Förderer, Tageszeitungen, etc.) :

https://www.uni-erfurt.de/uni/news/2016/interdisziplinaere-fachtagung-zur-strukturentwicklung-im-suedsudan/

https://www.uni-erfurt.de/fileadmin/public-docs/Hochschulkommunikation/Presse/Veranstaltungen/PDFs/SOS_Darfur_Leporello_web.pdf

http://erfurt.tlz.de/web/lokal/politik/detail/-/specific/Suedsudan-im-Fokus-Erfurter-Studenten-organisieren-Fachtagung-1014828744

https://de.qantara.de/content/tagung-konferenz-strukturentwicklung-im-sudsudan-erfolge-und-schwierigkeiten-der

https://calendar.boell.de/de/event/strukturentwicklung-im-suedsudan-eine-interdisziplinaere-fachtagung



An der Universität Erfurt hat Professor Karl Wohlmuth bereits an drei Sudan/Südsudan-Tagungen mitgewirkt (Vorträge gehalten bzw. auch schriftliche Beiträge zu Tagungen erarbeitet). Vgl. dazu die Einträge in: http://www.iwim.uni-bremen.de/africa/Sudanforschung.htm und
https://www.karl-wohlmuth.de/wirtschaftsreformen_sudan_suedsudan/

Es ist vorgesehen, die Beiträge der diesjährigen Südsudan-Tagung zu veröffentlichen, da sehr wenig Information über die Entwicklungen in diesem Staat und über die Lage der Bevölkerung vorliegt.

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