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Reconstructing Governance Sudan/Süd-Sudan

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Economic Policies in the Republic of South Sudan (Press Release by the University of Bremen)

Pressemitteilung der Universität Bremen

Nr. 139 / 11. Mai 2011 SC

Süd-Sudan nach dem Bürgerkrieg: Wirtschaft wohin?

Wirtschaftsprogramme für den Süd-Sudan

Sudanforschungsgruppe der Universität Bremen veröffentlicht Studien zur Wirtschaftsreform nach zwei Jahrzehnten Bürgerkrieg

Die Sudanforschungsgruppe der Universität Bremen von Professor Karl Wohlmuth hat jetzt neue Studien vorgelegt, wie der Wiederaufbau der Wirtschaft des Süd-Sudan nach 21 Jahren Bürgerkrieg ermöglicht werden kann. Zwei neue Veröffentlichungen analysieren die Situationen und geben konkrete Handlungsanweisungen für die Gestaltung der Wirtschaftspolitik im Sudan/Süd-Sudan.

In wenigen Wochen – am 9. Juli 2011 - wird der Süd-Sudan als 54. afrikanischer Staat seine Unabhängigkeit erlangen. Die Republik Süd-Sudan steht vor gewaltigen politischen, sozialen und ökonomischen Herausforderungen. Viele Fragen im Zusammenhang mit der Abtrennung des Südens von der Republik Sudan sind noch ungeklärt (Fragen der Grenzziehung zwischen dem Norden und dem Süden, Fragen zur Staatsbürgerschaft, zur Verteilung der Öl-Einnahmen zwischen den beiden Staaten, zur Aufteilung der Auslandsschulden und Fragen zur Sicherheit). Insbesondere ist auch das Schicksal von hunderttausenden Binnenflüchtlingen aus der Bürgerkriegszeit zu klären, die im Norden des Sudan leben. Konflikte im Süden um Land und Wasser, auch zwischen Ethnien, destabilisieren den neuen Staat noch vor der demnächst erfolgenden Unabhängigkeitserklärung. 

Von ganz entscheidender Bedeutung für den Staatsaufbau wird die schnelle Verbesserung der wirtschaftlichen Lage im Süd-Sudan sein. Konzepte für ein neues Wachstums- und Entwicklungsmodell, die zu mehr Investitionen und zur Reform von zentralen ökonomischen Institutionen führen, sind daher gefragt. Insbesondere geht es darum, die reichlich vorhandenen Ölvorkommen und die natürlichen Ressourcen besser zu nutzen. Die großen Ölvorkommen des Sudan werden gegenwärtig zu 80 Prozent im Süden gefördert, doch der Transport erfolgt über den Norden nach Port Sudan. Auch die Potentiale für die Landwirtschaft, die Forstwirtschaft, die Viehwirtschaft und die Fischwirtschaft sind sehr groß, doch werden diese bisher kaum genutzt.

Die Sudanforschungsgruppe um Professor Karl Wohlmuth hat kürzlich zwei Publikationen fertig gestellt, die auch für die Wirtschaftspolitik im Süd-Sudan wichtig sind. Dr. Berhanu Denu aus Addis Abeba ist der Autor einer umfassenden Studie zur Institutionenreform und zur Investitionsförderung im Sudan. Diese Studie ist jetzt als Band 18 in der Schriftenreihe des Instituts für Weltwirtschaft und Internationales Management (IWIM) im Fachbereich Wirtschaftswissenschaft der Universität Bremen erschienen. Die Studie wurde im Rahmen eines großen Drittmittelprojekts von der VolkswagenStiftung gefördert. In einer zweiten Studie geht Berhanu Denu. auf eine Agenda von dringend notwendigen Institutionen- und Wirtschaftsreformen für den Sudan/Süd-Sudan ein. Der Autor hat mehrere Feldforschungsaufenthalte im Süd-Sudan genutzt, um konkrete Vorschläge für die Verbesserung des Umfeldes für Investitionen zu erarbeiten. Investitionshemmnisse insbesondere institutioneller Art werden sehr detailliert untersucht. Diese Studien werden jetzt den relevanten Entscheidungsträgern im Süd-Sudan (Wirtschaftsexperten, Politiker, Ministerien, Universitäten, Entwicklungshilfeinstitutionen, regionale und internationale Organisationen, Nichtregierungsorganisationen und ökonomische Forschungsinstitute) zur Verfügung gestellt. 

In einem weiteren Forschungsvorhaben untersucht Professor Karl Wohlmuth mit Ökonomen aus seinem Netzwerk von Experten im Sudan die Orientierung der neuen Wirtschaftspolitik, die nach der Unabhängigkeitserklärung des Süd-Sudan in den beiden Staaten des Sudan verfolgt werden kann und implementiert werden soll. Dabei geht es insbesondere um Modelle der ökonomischen Kooperation zwischen den beiden Staaten, die zur Vermeidung von politischen Konflikten zwischen den beiden Staaten und innerhalb der beiden Staaten beitragen können.

Weitere Informationen:

Universität Bremen

Fachbereich Wirtschaftswissenschaft

Professor Dr. Karl Wohlmuth 

E-Mail:  wohlmuth@uni-bremen.de

Telefon: 0421 218-66517

Homepage: www.iwim.uni-bremen.de

 

Beleg und Bezug der Publikationen:

Denu G. Berhanu, Institutions and Investment in Sudan. Socio-Economic and Institutional Foundations of Reconstruction and Development, Bd. 18, Schriftenreihe des Instituts für Weltwirtschaft und Internationales Management, Lit-Verlag Berlin, 496 Seiten, 2011

Sudan Economy Research Group (SERG) Discussion Papers, No. 39:
An Agenda for Institutional Reforms in Sudan/South Sudan, By Berhanu Denu-G., Sudan Economy Research Group (SERG), University of Bremen and Faculty of Economics, Addis Ababa University, Addis Ababa/ Ethiopia/Bremen, Germany, April 2011, 57 pages

 

Universität Bremen

Pressestelle

Tel. 0421- 218 - 60150

Fax  0421-218 - 60152

E-Mail presse@uni-bremen.de

 

 

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